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Familienwappen

Kaffee Hag Sammelalben – Größte Sammlung für Orts- und Gemeindewappen

verschiedene Kaffee Hag Sammelalben aus Europa

verschiedene Kaffee Hag Sammelalben aus Europa

 

in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erfreuten sich Sammelalben großer Beliebtheit (siehe dazu unser Blogbeitrag: Eine Erfolgsgeschichte: Heraldik und die Sammelleidenschaft.) Gleichzeitig ist in dieser Zeit mit den Kaffee Hag Sammelalbum die größte Sammlung an Orts- und Gemeindewappen der damaligen Zeit entstanden.

Mit Hilfe von Sammelmarken wurde der Abverkauf von Produkten  gefördert. Besonders beliebte Produkte, die mit Sammelmarken ihren Absatz steigern wollten, waren der Kaffee (durch die riesige Sammlung Kaffee HAG) und Zigaretten (Kurmark). Themaltisch befassen sich diese Wappenbilder-Sammlungen fast ausschließlich mit Städte- und Staatsheraldik.

Marken im Weltformat V

Kaffee Hag war eine der Firmen, die solche Marken im sogenannten Weltformat V der Brücke (4cm x 5,66cm) herausgaben. Die Alben selbst wurden im Weltformat IX (16×22,6cm) gedruckt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Initiative „Die Brücke“ (Internationales Institut zur Organisierung der geistigen Arbeit Die Brücke) gegründet. Die Brücke legte Standards für Papierformate fest. Zu dieser Zeit war das eine neue Idee.

Das Konzept basierte aus 2 Regeln:

Die Standard-Längeneinheit war 1 cm.

Jede weitere Standardgröße entstand durch verdoppeln der vorhergehenden Größe

I : 1 x 1.41 cm, II : 1.41 x 2 cm, III : 2 x 2.83 cm, IV : 2.83 x 4 cm, V : 4 x 5.66 cm, VI : 5.66 x 8 cm, VII : 8 x 11.3 cm Die Standards I-VI waren für Tickets, Briefmarken, Ex-Libris und vergleichbare kleine Objekte.

(Die heute gebräuchlichen DIN Normen für Papierformate wurden erst im Jahr 1922 veröffentlicht)

Die Kaffee Hag Sammelalben gab es in verschiedenen Europäischen Ländern. Die Deutsche Sammlung war die größte.

Die Deutschen Kaffee Hag Sammelalben

Kaffee Hag Sammelalbum "Deutsche Ortswappen" 2. Serie

Kaffee Hag Sammelalbum „Deutsche Ortswappen“ 2. Serie

Die älteste Serie erschien zwischen 1913 and 1918 und hieß: ‚Die Deutschen Ortswappen‘.  Der Titel erschien jedoch nicht auf den Alben selbst.

Hier die verschiedenen Ausgaben:

Die Wappen des Königsreichs Preussen, Provinz Ostpreussen (3 Auflagen)

Die Wappen des Königsreichs Preussen, Provinz Westpreussen (2 Auflagen)

Die Wappen des Königsreichs Preussen, Provinz Brandenburg (1 Auflage)

Die Wappen des Königsreichs Bayern, Ober-und Niederbayern (1 Auflage)

Die Wappen des Königsreichs Preussen, Provinz Pommern

Die Wappen des Königsreichs Preussen, Provinz Posen

Das 7. Album für Schlesien wurde nie veröffentlicht, die Sammelmarken teilweise.

Diese Sammlung bestand aus 703 Bildern und einigen Variationen.

Autor war der Heraldiker Prof. Otto Hupp.

Die zweite Auflage wurde als Deutsche Ortswappen (Neue Reihe) zwischen 1927 and 1938 herausgegeben. Es gab diverse Unterschiede im Vergleich zur alten Auflage, die 1913 and 1918 herausgegeben wurde.

Blick ins Sammelalbum Deutsche Ortswappen von Kaffee Hag

Blick ins Sammelalbum Deutsche Ortswappen von Kaffee Hag

Die Alben wurden als Loseblattsammlungen herausgegeben, die entweder als 10 kleine oder vier große Alben zusammengefasst werden konnten. Jede Seite enthält 9 Wappen. Der Inhalt war zwar beschrieben, aber die Sammler füllten die Alben entweder zufällig oder nach Provinzen. Das bedeutet, dass jedes Album unterschiedliche Seiten enthalten kann.

Die 4 großen Alben waren nicht numeriert und konnten willkürlich befüllt werden.

Die Wappen wurden nach Provinzen veröffentlicht, aber die Bilder der verschiedenen Provinzen wurden nicht gleichzeitig veröffentlicht, so dass manche Teile erst Jahre nach der ersten Hälfte veröffentlicht wurden.

Die offizielle Bilderzahl war 2811, aber inklusive aller Variationen sind ungefähr 3010 Marken bekannt.

Damit kann man mit Recht sagen, dass es sich um die Größte Sammlung an Orts und Gemeindewappen aus dieser Zeit handelt.

Kaffee Hag Sammelalben in der Pro Herladica Bibliothek

Kaffee Hag Sammelalben in der Pro Herladica Bibliothek

In der Bibliothek von Pro Heraldica steht die komplette neue Reihe, die von 1927 bis 1938 herausgegeben wurde. Immer wieder greifen unsere Heraldiker darauf zurück, da man in dieser Sammlung auch sehr seltene und kaum dokumentierte Wappen findet.

 

5. Dezember 2019/2 Kommentare/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2013/06/Blick-ins-Sammelalbum-Kaffee-Hag1.jpg 452 680 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2019-12-05 15:00:492019-12-05 14:13:40Kaffee Hag Sammelalben – Größte Sammlung für Orts- und Gemeindewappen
Familienwappen

Wappen in der Serie „Game of Thrones“

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6. Juni 2019/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2019/06/tyrion-lannister-wallpaper-pack-01-700x525.png 525 700 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2019-06-06 10:25:402024-11-28 11:52:17Wappen in der Serie „Game of Thrones“
Familienwappen

Das Wappen von Sir Paul McCartney

In Deutschland darf jeder ein Wappen führen. Gibt es in der Familie kein altes Wappen, für das man führungsberechtigt ist, kann man ein neues stiften. In England ist dies etwas schwieriger.

Das College of Arms in London

Neben generellen Bestimmungen wie die Pflicht, einen Hochschulabschluß zu haben, ist eine Gefängnisstrafe ein Ausschlusskriterium für die Möglichkeit, ein Famlienwappen zu erhlalten. Das renommierete Londoner “College of Arms” entscheidet von Fall zu Fall, wer ein Wappen führen darf und wer nicht.

You have to be a gentleman

Die königlichen Herolde prüfen dies sehr streng. Dr. Rolf Sutter erhielt einmal auf die Frage, was denn nun genau das ausschlagende Kriterium sei, um das Recht zu erwirken ein Wappen zu führen, von Sir Henry Edgar Paston-Bedingfeld, Officer-at-Arms am College of Arms in London folgende Antwort: “You have to be a Gentleman”.

Einer dieser Gentlemen ist Paul McCartney. Bereits im Jahr 1997 schlug ihn Queen Elisabeth II. zum Ritter. In diesem Jahr bewarb sich Paul McCartney auch bereits für sein Wappen. Dieses wurde vom College of Arms an seinem 58. Geburtstag am 18.06.2001 bewilligt.

Die Symbole im Wappen von Paul McCartney

Das Wappen zeigt den Liverbird, den Wappenvogel seiner Heimatstadt Liverpool, mit einer Gitarre in den Krallen. Der linksgeöffnete Helm ist ein Zeichen für seinen Ritter-Stand. Auch die 4 Beatles sind in bei der Gestaltung bedacht worden: Der Schild zeigt 2 geteilte runde schwarze Embleme, die wie Käferrücken aussehen (Beetle=Käfer). Die beiden Kreise im Schild stehen symbolisch für Schallplatten und CDs, darüber liegen Gitarrensaiten. Der Wappenspruch lautet: Ecce cor meum („Siehe, mein Herz“). Dies ist auch der Titel seines klassischen Albums, das er während der Krankheit seiner Frau Linda schrieb (Quelle: http://royalstyle.tumblr.com/post/23493306282/coat-of-arms-of-sir-james-paul-mccartney-kt-mbe)

Blasonierung

In Gold zwischen zwei balkenweise unterbrochenen schwarzen Bogenflanken zwei schwarze Scheiben übereinander, pfahlweise überdeckt von sechs durchgehenden Gitarrensaiten in verwechselten Farben. Auf dem golden-schwarz bewulsteten Helm mit golden-schwarzen Decken ein krähender schwarzer Liver Bird (s.u.), in der rechten Kralle eine schwarzbesaitete goldene Gitarre haltend.
Motto: ECCE COR MEUM (Siehe, mein Herz)

27. März 2019/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2013/07/paul-mccartney-coat-of-arms.jpg 414 300 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2019-03-27 10:13:032022-05-23 11:35:50Das Wappen von Sir Paul McCartney
Familienwappen, Adelswappen, Unkategorisiert

Loriot wird 95

Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt unter dem Namen Loriot, würde heute seinen 95. Geburtstag feiern (*12. November 1923 in Brandenburg an der Havel – † 22. August 2011 in Ammerland am Starnberger See).

Loriot war als Komödiant, Zeichner und Schriftsteller über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Bis heute verbindet man mit ihm die Revolutionierung des Humors in den 70er und 80er Jahren.

Künstlernahme angelehnt an Wappenvogel

Loriot war ein Spross einer mecklenburgischen Uradelsfamilie namens von Bülow. Wie aber kam Vicco von Bülow dazu, sich den Künstlernamen „Loriot“ zuzulegen? Die Erklärung ist eigentlich recht einfach: Auf dem Helm des Wappens sitzt zwischen zwei mit goldenen Kugeln bezeichneten blauen Büffelhörnern ein Pirol – hier in Deutschland auch unter den Namen Golddrossel, Kirschvogel und Pfingstvogel bekannt – im Französischen aber heißt der Vogel mit dem überaus melodischen Ruf: Loriot. Daher also der Name!

Loriot wurde als Sohn des Polizeimajors Johann-Albrecht von Bülow und seiner Gattin Charlotte von Roeder 1923 geboren.Seine Familie war seit Jahrhunderten in Mecklenburg ansässig. Seit 1927 wuchs Loriot gemeinsam mit seinem Bruder bei seiner Großmutter in Berlin auf. Seine Eltern ließen sich 1928 scheiden und seine Mutter verstarb bereits 1929. Der Vater heiratete erneut und nahm die Kinder 1933 wieder zu sich. 1938 zog die Familie nach Stuttgart, wo Vicco von Bülow an Eberhard-Ludwigs Gymnasium 1941 das Notabitur ablegte. Er begann eine Offizierslaufbahn und kämpfte bis 1944 an der Ostfront. Nachdem er nach dem Krieg das vollständige Abitur abgelegt hatte, studierte Loriot Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Hamburg. Anschließend arbeitete er als Werbegrafiker und moderierte ab 1967 für die ARD. 1971 erfand Loriot den Fernsehhund Wum, der als Maskottchen für die Aktion Sorgenkind fungierte. Damit wurde Loriot auf einen Schlag berühmt. In den 70er Jahren produzierte er zusammen mit Evelyn Hamann für Radio Bremen seine berühmtesten Sketche.

In den 80er und frühen 90er Jahren feierte Loriot auch im Kino Erfolge. Seine Filme Ödipussi und Pappa ante Portas wurden Kassenschlager.

2006 zog sich Loriot als Fernsehschaffender offiziell zurück und lebte mit seiner Frau, die er 1951 heiratete, bis zu seinem Tod am 22. August 2011 zurückgezogen am Starnberger See.

Das Wappen von Bülow

Im 18. Band der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle (Seite 30/31) findet sich das Wappen von Loriot.

Familienwappen von Bülow

Familienwappen von Bülow

Die Blasonierung lautet wie folgt:
In Blau vierzehn (4,4,3,2,1) goldene Kugeln. Auf dem gekrönten Bügelhelm zwischen zwei mit je sieben goldenen Kugeln belegten Büffelhörnern ein naturfarbener Pirol, einen goldenen Ring im Schnabel haltend.

 

Happy Birthday, Loriot!!!!

12. November 2018/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2013/11/Buelow-Wappen.png 239 161 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2018-11-12 10:12:292021-03-22 10:10:39Loriot wird 95
Unkategorisiert, Familienforschung, Familienwappen

33. Kongress der Genealogischen und Heraldischen Wissenschaften in Arras

Vom 2. bis 5. Oktober 2018 fand im französischen Arras der 33. Internationale Kongress der genealogischen und heraldischen Wissenschaften statt. Mit dabei war auch unser ehemaliger Forschungsleiter Dr. Rolf Sutter, der dort auch einen Vortrag über japanische Familienzeichen hielt.

Zur Eröffnung des Kongresses gab es einen Chor mit französischen Volksliedern und einen Festvortrag. Anschließend wurden die ersten Vorträge gehalten und am Abend fand ein Empfang im Rathaus von Arras statt. Danach hatten die Teilnehmer des Kongresses die Möglichkeit, an einer geführten Tour zu den Hauptattraktionen von Arras bei Nacht teilzunehmen.

Vortrag über Japanische Familienzeichen

Am Vormittag des 3. Oktobers hielt Dr. Rolf Sutter seinen Vortrag: Japanische Familienzeichen vor und nach dem ersten und zweiten Weltkrieg – Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit den europäischen Wappen. Da Dr. Sutter erfahrungsgemäß zu den beliebtesten Rednern auf den Kongressen gilt und erfahrungsgemäß eine große Zuhörerzahl seinen Vorträgen beiwohnt, bekam Dr. Sutter den größten Saal des Kongresses für den Vortrag zugeteilt. Tatsächlich erschienen zahlreiche Teilnehmer und am Ende des Vortrags gab es eine lebhafte Fragerunde. Nach Veröffentlichung des Kongressberichts von Arras dürfen wir diesen dann auch veröffentlichen.

Auch ansonsten waren auf dem Kongress wieder einige interessante Vorträge zu hören. Außerdem traf sich das Bureau Permanent, dem Dr. Sutter angehört. Es war wie immer eine schöne Gelegenheit, die Kollegen aus aller Welt zu treffen, zum Networken und sich auszutauschen.

Der nächste Internationale Kongress der genealogischen und heraldischen Wissenschaften wird vom 14.-18.10.2020 in Madrid abgehalten werden.

18. Oktober 2018/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/10/Genealogie-heraldik-kongress-arras-3.jpg 750 1000 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2018-10-18 11:44:222019-06-18 09:43:1333. Kongress der Genealogischen und Heraldischen Wissenschaften in Arras
Familienwappen, Fine Arts

Ein Stammbaum vom Tätowierer

Das erste Mal stieß der Tätowierer Dennis-Silas Becks vor ca. 4 Jahren auf Pro Heraldica, als einer seiner Kunden sich sein Familienwappen auf den Unterarm tätowieren ließ

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27. September 2018/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/09/stammbaum-vom-taetowierer-12.jpg 1067 800 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2018-09-27 14:42:242018-10-10 11:24:56Ein Stammbaum vom Tätowierer
Familienwappen

Sind Vereinswappen eigentlich Wappen im heraldischen Sinn?

Morgen startet die Fußball Bundesliga in ihre neue Saison. Fast jeder Verein hat auch ein sogenanntes Vereinswappen.
Sucht man in Google zum Beispiel nach der Wortkombination „Vereinswappen Bayern München“, findet man zahlreiche Ergebnisse. Aber sind diese „Vereinswappen“ überhaupt Wappen im heraldischen Sinn?
Ich habe mit unserem ehemaligen Forschungsleiter Dr. Rolf Sutter über dieses Thema gesprochen und interessante Antworten erhalten:

Herr Sutter, handelt es sich bei Vereinswappen um Wappen im heraldischen Sinn?
Dr. Rolf Sutter: Nein! Korrekterweise muss man hier von Emblemen oder Logos sprechen.

Wenn nein, woran kann ich dies erkennen?
Dr. Rolf Sutter: Die meisten sogenannten Vereinswappen enthalten Buchstaben. Buchstaben sind keine heraldischen Symbole.

Warum wird der Name Wappen hier verwendet?
Dr. Rolf Sutter: Viele „Vereinswappen“ haben eine Schildform, was die Anmutung eines Wappens ergibt. Auch die Rautenform findet sich in vielen „Vereinswappen“. Außerdem wird immer wieder auf heraldische Symbole zurückgegriffen. Dies möchte ich an einigen Beispielen verdeutlichen:

 

Vereinswappen Bayern München

Logo Bayern München

Das Logo von Bayern München zeigt das Bayerische Rautenmuster

Das Logo von Borussia Dortmund enthält keinerlei heraldische Symbole

Vereinswappen Borussia Dortmund

Logo Borussia Dortmund

Vereinswappen FC Augsburg

Logo FC Augsburg

Das Logo des FC Augsburg enthält das Stadtwappen der Stadt Augsburg. Dieses Wappen zeigte in der Version, wie sie bis 1985 verwendet wurde, einen in Rot und Silber gespaltenem Schild mit einer grünen Zirbelnuss auf goldenem Kapitell

Ist der Fußball ein heraldisches Symbol?
Dr. Rolf Sutter: Dies wäre anachronistisch. Das Bild eines Fußballs kann in einem Wappen nicht verwendet werden. Ich würde hier mit einer heraldischen Figur arbeiten, die einem Ball ähnelt. Dieses Symbol wird in der Heraldik sowohl als Kugel als auch als Scheibe verwendet. Die Eintragung eines Wappens, in dem ein Fußball wie wir ihn kennen mit weißen und schwarzen Fünfecken abgebildet ist, würde ich ablehnen.

Heraldische Symbole für Kugel oder Scheibe

Das heraldische Symbol 0901 ist das Symbol für Kugel oder Scheibe

Vielen Dank für das Interview!

23. August 2018/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/08/BVB_Bayern_2001_neu.jpg 185 260 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2018-08-23 10:10:422018-09-05 13:16:43Sind Vereinswappen eigentlich Wappen im heraldischen Sinn?
Adelswappen, Familienforschung, Familienwappen

Wege zur rechtmäßigen Wappenführung

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Nirgendwo ist in der Heraldik und Genealogie so viel Unsinn getrieben worden wie in den letzten 200 Jahren zum Thema Familienwappen. Und wir werden immer wieder gefragt: was macht ein ordnungsgemäßes Wappen aus? Wie definiert sich eine Führungsberechtigung? Was unterscheidet ein bürgerliches von einem adeligen Wappen? Diese Fragen beantwortet Harald Heimbach heute und veranschaulicht diese an Beispielen.

Rechtmäßige Wappenführung

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der rechtmäßigen Wappenführung. Die erste Möglichkeit der rechtmäßigen Führung eines Familienwappens ist, dass ein solches schon aus der Historie der Familie vorhanden ist. Hier muss allerdings einer der Stammväter eine solche Tradition begründet haben. Wir gehen davon aus, dass über die Hälfte der Wappen, die wir eingereicht bekommen, nicht registrierungsfähig sind, da sie weder den heraldischen Regeln entsprechen noch eine Führungsberechtigung für das jeweilige Familienwappen gegeben ist.

Namensgleichheit und Führungsberechtigung

Für die meisten Familiennamen gibt es nämlich mehrere Wappen in der Literatur. Allein auf den Namen Heimbach, der nicht allzu häufig vorkommt, konnten wir 16 Familienwappen in der deutschsprachigen Literatur ausfindig machen. Jetzt ist es aber nicht möglich zu sagen, ich suche mir davon das aus, das mir am besten gefällt und dieses anzunehmen, weil es auf meinen Namen lautet. Das Recht auf eine historische Wappenführung leitet sich nicht aus einer Namensgleichheit sondern aus einer genealogischen Herkunft ab. Das bedeutet, wenn wir einer Familie ein historisches Wappen zusprechen wollen, müssen wir definitiv nachweisen, dass sie lückenlos vom Stifter eines Wappens abstammt.

Heraldische Reisende um 1900

Hier unterscheidet sich seriöse Heraldik von unseriöser Heraldik. Ich betone dies, da es vor allem in der Kaiserzeit schick war, ein Familienwappen zu führen. Es zogen damals sogenannte heraldische Reisende durch die Lande und haben industriellen Familien, Gastwirtsfamilien, reichen Bauernfamilien Wappen angedient. Aus der Literatur wurden damals namensgleiche Wappen herausgesucht, z.B. aus dem Siebmacher, und dieses dann den Familien angeboten. So sind vor allem in der Zeit um 1900 viele Wappen in Familien gekommen, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben. Diese Wappen wurden nicht hinterfragt und wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Nicht selten passiert es, dass wir ein solches Wappen heute eingereicht bekommen und den Familien mitteilen müssen, dass sie ein Wappen führen, das ihnen nicht zusteht und mit dessen Führung sie sich rein rechtlich gesehen sogar strafbar machen.

kein historisches Wappen ohne Familienforschung

Das bedeutet: Der Weg zur Führung eines historischen Familienwappens führt zwangsläufig über eine Familienforschung. Ich muss wissen, wer waren meine Vorfahren, wo kommen sie her, was für einen sozialen Stand hatten sie. Und nur wenn dieser entsprechend hoch war, besteht überhaupt die Chance, auf ein historisches Wappen zu stoßen.

Wappenstiftung

Sollte kein historisches Wappen vorhanden sein, so hat nach wie vor in Deutschland jede Familie das Recht, eine solche Tradition neu zu begründen, das heißt ein Familienwappen zu stiften. Die heraldischen Regeln stammen aus der Anfangszeit der Heraldik aus dem 12. Jahrhundert und haben sich bis heute nicht verändert, d.h. eine Wappengestaltung erfolgt heute nach den gleichen Regeln wie im 12. Jahrhundert. Wir erarbeiten das Wappen mit unseren Kunden zusammen und bringen dieses dann zur Veröffentlichung und Registrierung. Auf die Wappenstiftung werden wir in einem separaten Video eingehen.

Bestandteile ordentliches Wappen

Ich möchte Ihnen jetzt noch ein paar Beispiele zeigen, wie ein ordentliches Wappen aussieht, welche Bestandteile und Farben gibt es. Wir veröffentlichen Grundsätzlich vollwappen. Dieses besteht aus dem Schild, dem Helm, den Decken, dem Oberwappen, der sogenannten Helmzier. Die persönlichen Elemente befinden sich immer im Wappenschild und in der Helmzier. Helm und Decken gehören zwangsläufig zu einem Vollwappen, haben aber nur schmückenden Charakter.

Unterschied Bürgerliche und Adlige Wappen

Der Unterschied zwischen bürgerlichen und adeligen Wappen liegt nur in wenigen Details, die heraldischen Regeln gelten also für beide Familien. Bürgerliche Wappen haben einen geschlossenen Stechhelm. Dieser kann frontal oder seitlich gezeigt werden. Den Übergang zwischen Helm und Helmzier bildet ein sogenannter Wulst. Im Gegensatz dazu ist das adlige Wappen von einem offenen Bügel- oder Spangenhelm geziert und der Übergang zwischen dem Helm und dem Oberwappen wird durch eine Krone gebildet. Wenn Sie also bürgerliche Wappen mit diesen adligen Attributen sehen, kann in aller Regel etwas nicht stimmen.

Wir haben teilweise schon bürgerliche Wappen mit Hermelinmänteln, mit kaiserlichen Kronen oder Schildhaltern gesehen. Das ist ungeheuerlich anmaßend und hat mit sauberer und seriöser Heraldik nichts zu tun.

Literatur über unseriöse Heraldik

Es gibt ein Buch, das wir immer gerne zu diesem Thema anführen. Herausgebracht vom ehemaligen Präsidenten des Herolds, Jürgen Arndt: “Der Wappenschwindel – seine Werkstätten und ihre Inhaber: Ein Blick in die heraldische Subkultur”. In dem Buch wird diese Subkultur, die um die Jahrhundertwende entstanden ist, beschrieben.

Unser Anliegen

Es ist uns ein Anliegen, unseren Kunden zu erklären, was gute und seriöse Heraldik ausmacht und wie Sie herausfinden, ob ein Wappen heraldisch richtig ist. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, uns Wappen zur Prüfung einzusenden. Sie werden selbstverständlich im Vorfeld über anfallende Kosten informiert.   

 

2. März 2017/4 Kommentare/von Dr. Harald Heimbach
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2017/03/rechtmaessige-wappenfuehrung.jpg 338 600 Dr. Harald Heimbach https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Dr. Harald Heimbach2017-03-02 12:03:402023-09-27 12:16:52Wege zur rechtmäßigen Wappenführung
Unkategorisiert, Familienwappen, Fine Arts

Wappenmalerei vom Feinsten – da staunt der Fachmann

Erst kürzlich waren unser Geschäftsführer Harald Heimbach und Clemens Kech, Leiter der genealogischen Abteilung, gemeinsam in Bayern unterwegs. Die beiden staunten nicht schlecht als sie vor dem imposanten Klinikgebäude von Herrn Dr. Buchmüller vorfuhren – einem weitläufigen, aufwändig restaurierten Ziegelbau aus dem 19. Jahrhundert. Umso mehr waren sie verblüfft just an diesem Tag Kirchenmaler Michael Reczko anzutreffen. Wie es der Zufall wollte, war dieser gerade dabei, das von PRO HERALDICA gestaltete Familienwappen Buchmüller im Aufgang zu den Geschäftsräumen aufzubringen. Eine tolle Idee, dem historischen Gebäude so eine ganz persönliche Note zu verleihen und die eigene Familientradition zu leben und zu feiern!

Kirchenmaler Michael Reczko bei der Arbeit
Kirchenmaler Michael Reczko bei der Arbeit
Familienwappen Buchmüller
Familienwappen Buchmüller
Für ein Erinnerungsfoto posiert der passionierte Heraldiker da natürlich gerne.
Für ein Erinnerungsfoto posiert der passionierte Heraldiker da natürlich gerne.

Die heraldisch korrekte Blasonierung zum Wappen Buchmüller lautet wie folgt:

Blau-rot geteilt, darin ein durchgehendes geschliffenes Kreuz, oben silbern, unten golden, der untere Arm von einer silbernen Schlange umwunden, oben begleitet von rechts einer goldenen Eule und links einer schräggelegten silbernen Raute.

Auf dem blau-silbern-rot-golden bewulsteten Helm mit rechts blau-silbernen und links rot-goldenen Decken eine blaue Buche mit goldenen Früchten, der Stamm unten überdeckt von einem oberhalben goldenen Mühlrad.

Inhaltlich verbergen sich in diesem Wappen geographische, weltanschauliche und redende Bezüge. Die Stammheimat der Familie liegt in Bruchsal auf dessen Stadtwappen das geschliffene Kreuz des Wappens Buchmüller rekurriert. Die schräggelegte Raute oben heraldisch links verweist pars pro toto auf die heutige Heimat der Familie in Niederbayern. Die Eule oben heraldisch rechts ist als Ausdruck von Philosophie, Weisheit, Wissenschaft und der schönen Künste zu verstehen. Die Schlange wiederum verweist auf Herrn Dr. Buchmüllers Beruf als Arzt – Stichwort: Äskulapstab. Die Helmzier ist „redend“ zu verstehen, d.h. der Name der Familie wird bildlich dargestellt. Entsprechend erscheinen auf dem Helm eine Buche (für Buch-) und ein Mühlrad (für -müller), was summa summarum auf den Namen Buchmüller anspielt.

Auch in Zukunft wird wohl so mancher an dieser Stelle noch ins Staunen geraten. Der Hausherr hat sich hier nicht nur ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt, sondern ein bleibendes Symbol für die ganze Familie Buchmüller geschaffen. Unser Kompliment geht an dieser Stelle auch an Herrn Reczko für die hervorragende künstlerische Umsetzung – Chapeau!

22. November 2016/von Clemens Kech
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2016/11/Wappenmalerei-1.jpg 1600 898 Clemens Kech https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Clemens Kech2016-11-22 10:48:572018-09-27 14:02:59Wappenmalerei vom Feinsten – da staunt der Fachmann
Familienwappen, Familienforschung, Unkategorisiert

Rückblick Kongress für Genealogie und Heraldik in Glasgow

In zweijährigem Turnus versammelt sich alles, was international Rang und Namen in Heraldik und Genealogie hat, zum wissenschaftlichen wie informellen Austausch. In der vergangenen Woche war dies zum bereits 32. Mal der Fall. Im Rahmen des XXXII. Internationalen Kongress für Genealogische und Heraldische Wissenschaften trafen sich Delegierte aus der ganzen Welt im schottischen Glasgow. Unter dem Leitthema „Ursprung und Entwicklung“ informierten über 50 Referenten über die aktuellsten Entwicklungen in ihren Disziplinen und präsentieren die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten. Wir von PRO HERALDICA durften hier natürlich nicht fehlen und waren durch Petra und Harald Heimbach sowie Dr. Rolf Sutter und mich, Clemens Kech, vertreten – wir steuerten dabei gleich zwei Vorträge bei.

Get-Together Heraldik und Genealogiekongress
Informelles Get-Together in einem Glasgower Club
Dr. Rolf Sutter, Petra Heimbach und Clemens Kech
Dr. Rolf Sutter, Petra Heimbach und Clemens Kech
Stabübergabe bei der Kongresseröffnung
Stabübergabe bei der Kongresseröffnung

Stabübergabe bei der Kongresseröffnung
Stabübergabe bei der Kongresseröffnung
Kaare Seeberg Sidselrud, Elizabeth A. Roads und Alex Findlater bei der Eröffnungszeremonie
Kaare Seeberg Sidselrud, Elizabeth A. Roads und Alex Findlater bei der Eröffnungszeremonie
Glasgower Tradeshall unter Vollbeflaggung
Glasgower Tradeshall unter Vollbeflaggung

Clemens Kech - Der Siegeszug des Allgemeinen Deutschen Wappenrolle in Deutschland
Clemens Kech – Der Siegeszug des Allgemeinen Deutschen Wappenrolle in Deutschland
Dr. Rolf Sutter - Springtime for Heraldry
Dr. Rolf Sutter – Springtime for Heraldry
Sitzung des Court Lyon

Sitzung des Court Lyon
Sitzung des Court Lyon
Alex Findlater, Harald Heimbach und Clemens Kech
Alex Findlater, Harald Heimbach und Clemens Kech
Dr. Rolf Sutter und Petra Heimbach
Dr. Rolf Sutter und Petra Heimbach

Umzug der Kongressteilnehmer von der Tradeshall zu den City Chambers
Traditioneller Bagpiper geleitet die Kongressteilnehmer in die City Chambers
Traditioneller Bagpiper geleitet die Kongressteilnehmer in die City Chambers
Traditioneller Bagpiper
Traditioneller Bagpiper

Klemens Kech Glasgow
Kongress Glasgow
City Chambers Glasgow
City Chambers Glasgow

Céilidh in den City Chambers Glasgow
Céilidh in den City Chambers Glasgow
Eröffnung des Céilidh in den City Chambers Glasgow
Eröffnung des Céilidh in den City Chambers Glasgow
Céilidh in den City Chambers Glasgow
Céilidh in den City Chambers Glasgow

Céilidh in den City Chambers Glasgow
Céilidh in den City Chambers Glasgow
Céilidh in den City Chambers Glasgow
Céilidh in den City Chambers Glasgow
Glasgow City Chambers
Glasgow City Chambers

Bagpiper des Internationalen Piping Festivals
Bagpiper des Internationalen Piping Festivals
Internationales Piping Festival auf dem George Square
Internationales Piping Festival auf dem George Square
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall

Alex Findlater Heraldik- und Genealogiekongress
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall

Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall
Gala-Dinner im Großen Saal der Tradeshall

Noch vor der offiziellen Stabübergabe hatten die Organisatoren zum informellen Get-Together geladen: in einem Club gab es für Kongress-Veteranen ein herzliches Wiedersehen mit alten Freunden und Weggefährten; und für die jüngeren Semester, die Möglichkeit in ungezwungener Atmosphäre neue Kontakte zu knüpfen. Unter Vollbeflaggung wurde dann tags darauf der eigentliche Kongress formell eröffnet. Die Referenten- und Themenliste war wie schon in den Jahren zuvor hochkarätig besetzt. Es versprach ein äußerst informativer Kongress in der Glasgower Tradeshall zu werden. Angesichts der Reaktionen auf unsere eigenen Vorträge dürfen wir annehmen, dass auch Dr. Sutter und ich die Erwartungen unserer Zuhörer voll erfüllen konnten: Ich, für meinen Teil, hatte mir die Ursprünge der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle (ADW) als Thema auserkoren. Dabei ergründete ich wie es möglich war, dass aus der schlichten ADW der 1970er Jahre eine der wichtigsten Wappenrollen der Bundesrepublik werden konnten, die heute in allen großen Bibliotheken und Archiven zur Einsicht ausliegt. Nachdem der große Dr. Ottfried Neubecker der Grundstein gelegt hatte, waren es vor allem die Kooperation mit PRO HERALDICA und die professionelle Betreuung durch Dr. Rolf Sutter, die der ADW zu ihrem Erfolg verhalf und den mittlerweile ca. 7.100 Wappen ihre Rechtssicherheit per Wappenregistrierung garantiert. Im Anschluss an meine Ausführungen entwickelte sich dann eine lebhafte Diskussion über Wappenführungsberechtigung und heraldische Prinzipien, die für alle Beteiligten interessant wie fruchtbringt gewesen sein dürfte.

Der Vortrag von Dr. Rolf Sutter nahm die Ursprünge der Heraldik an sich in den Fokus und entführte uns in den Frühling der Heraldik unter dem Titel: Springtime of Heraldry – Wolfram von Eschenbach and his work Parzifal 1190-1220 – the roots of heraldry today. Dabei rekonstruierte und untersuchte er die fiktiven Wappen der Figuren in Wolfram von Eschenbachs Gedicht, um so Rückschlüsse darauf zu erhalten, welche Vorstellungen die Menschen damals von realen Wappen gehabt haben müssen. Mitunter passten die Motive in diesen fiktiven Wappen zu ihren Trägern wie die Faust aufs Auge. Sie waren deshalb sicher nicht frei von ironischen Untertönen, die ein Zuhörer aber nur verstehen konnte, wenn sie vor der Folie der Heraldik in der Realität erscheinen. Daraus lässt sich ableiten, dass die Heraldik bereits zur Zeit der Entstehung des Parzifal Identifikationsfunktion erfüllte. Auch in diesem Fall zeugten die Nachfragen aus dem Publikum vom großen Interesse der Zuhörer.

Sicher ein Highlight unserer Reise war die Teilnahme an einer Sitzung des Court Lyon – dem obersten schottischen Heroldsamt, welches seit dem 14. Jahrhundert über die schottische Heraldik wacht und zuweilen auch zu Gericht sitzt. Neben der Behandlung einiger Wappenanträge wurde im Rahmen dieser Sitzung ein neuer Amtsdiener vereidigt. Wie stark Traditionen in diesem Land präsent sind und gelebt werden, verdeutlichte nicht nur diese Institution, sondern auch die allerorten anzutreffenden Schottenmuster und Kilts, der omnipräsente Klang der Dudelsäcke – zeitgleich fand in Glasgow das internationale Piping Festival statt – sowie traditionelle (Tanz-)Veranstaltungen wie ein céilidh, das in den City Chambers abgehalten wurde.

Ein Gala-Dinner im großen Saal der Tradeshall bildete den passenden Abschluss für einen rundum gelungenen Kongress, der uns nicht nur fachlich weitergebracht hat. Es bleibt nur den Organisatoren und Helfern nochmals ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön auszusprechen, ebenso an alle übrigen Referenten und Teilnehmer. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen im französischen Arras 2018.

 

17. August 2016/3 Kommentare/von Clemens Kech
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2016/08/Glasgow2016-13.jpg 640 480 Clemens Kech https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Clemens Kech2016-08-17 14:00:472021-03-18 10:02:58Rückblick Kongress für Genealogie und Heraldik in Glasgow
Familienwappen

Mit Wappen-Tattoo eine Reise gewonnen

Da soll mal einer sagen, dass Wappen langweilig sind! Denn es gibt unzählige Möglichkeiten, ein Wappen in den Alltag zu integrieren und damit die Tradition zu leben. Besonders beliebt sind Siegelringe, Schreibgeräte oder Geschirr, auf denen das Wappen angebracht wird und die damit zu einem unverwechselbaren Gegenstand werden.
In diesem besonderen Fall aber hat sich Mäx Rittner entschieden, sich das Wappen auf den Unterarm tätowieren zu lassen, um es wirklich immer bei sich zu tragen.
Und jetzt hat er sogar damit noch eine Reise gewonnen. Aber fangen wir am besten einmal ganz von vorne an.
Vor drei Jahren entschied sich Mäx Rittner dazu ein Familienwappen zu stiften. Er fügte ihm Symbole zu, die für die Werte der Familie, die ausgeübten Berufe und die Herkunft stehen.
Als es dann fertig war, war er so stolz auf das Werk, dass er ein Tattoo davon wollte. Zuerst wurden lediglich die schwarzen Outlines gestochen, dann in einer speziellen Mikrotechnik die inneren Konturen. Ingesamt dauerte es ungefähr 6 Sitzungen, bis das Wappen fertig war. Die Farbe wurden dann in mehreren Sitzungen eingebracht. Da sich die verschiedenen Farbpartikel in der Haut vermischen könnten, wird jede Farbe einzeln tätowiert.Wappen Rittner-3D

Wappen-Tattoo-1

Als das Wappen-Tattoo dann fertig war, hatte Mäx Rittner die Möglichkeit, mit seinem Tattoo an einem Wettbewerb seines Tattoostudios „Mommy I´m sorry“ teilzunehmen.
Es fand ein professionelles Fotoshooting statt. 24 Personen wurden dafür von einem Fotografen in Szene gesetzt. Während der Adventszeit veröffentlichte das Tattoostudio „Mommy I´m sorry“ auf seiner Facebookseite jeden Tag eines der Bilder der 24 Personen mit ihrem Tattoo. Das Foto, dass zum Ende der Aktion die meisten „likes“ hatte, sollte die Aktion gewinnen.
Am Stichtag hatte Mäx Rittner ganze 974 Likes für sein Foto erhalten und damit eine Reise gewonnen. Wohin die Reise geht, steht zwar noch nicht fest, aber auf jeden Fall ist die Freude bereits jetzt schon riesig.

Hier das Siegerbild:

Gewinnerbild-Wappen-Tattoo-Mummy-im-sorry

2. Februar 2016/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2016/02/Gewinnerbild-Wappen-Tattoo-Mummy-im-sorry.jpg 400 600 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2016-02-02 12:03:582018-11-07 17:44:40Mit Wappen-Tattoo eine Reise gewonnen
Familienwappen, Unkategorisiert

Nachruf Dr. Sc. Zdenko G. Alexy

Dr. Alexy und Papst Johannes Paul II

Dr. Zdenko Alexy, Michal Kováč (damals Staatspräsident der Slowakischen Republik), Papst Johannes Paul II.

Die zeitgenössische Heraldik hat eine ihrer bedeutenden Persönlichkeiten verloren: Unser hochgeschätzter Kollege Dr. Zdenko Alexy ist in den Abendstunden des 10. Januar 2016 im 94. Lebensjahr in seiner Heimatstadt Bratislava verstorben. Er war als Mensch ebenso beeindruckend wie als Wissenschaftler, Politiker und Wirtschaftsfachmann. Ich kannte Dr. Alexy seit 35 Jahren und durfte viele Jahre mit ihm zusammenarbeiten. Ich bedauere sehr, dass er die Vollendung unserer gemeinsamen Arbeit, den zweiten Band der Edition von Familienwappen der von ihm geführten kirchlichen Wappenrolle, nicht mehr erleben konnte. Der Band ist wenige Tage vor dem Weihnachtsfest 2015 erschienen, aber noch nicht in seine Hände gelangt. Die heraldische Welt verliert mit ihm einen international anerkannten Spezialisten.

Nachruf

Die Originale der Urkunden-Auszüge der MATRICULA ARMALIS sind mit dem Namenszug SIDONIUS unterzeichnet und tragen das notarielle Trockensiegel des Notarii Episcopalis Reginae Gradecensis. SIDONIUS ist ein Amtsname, der bürgerliche Name des Amtsinhabers lautete Dr. Sc. Zdenko G. Alexy. Dr. Alexy war nicht nur einer der renommiertesten europäischen Heraldiker des zwanzigsten und beginnenden einundzwanzigsten Jahrhunderts, sondern auch eine respektable Persönlichkeit im politischen Leben seiner Heimat. Seine Verdienste in aller Ausführlichkeit zu würdigen, würde mehr Raum beanspruchen, als uns hier zur Verfügung steht. Doch steht es den Herausgeber wohl an, ihn als spiritus rector der Matricula Armalis, − wenn auch in geraffter Form − mit seiner Persönlichkeit vorzustellen.

Geboren wurde Zdenko G. Alexy in Bratislava am 9. September 1922. Die Allgemeine Hochschulreife erwarb er 1941. Es folgte der Militärdienst bei der Tschechoslowakischen Armee in Großbritannien. Die Jahre 1945-1947 verbrachte er als Botschaftsattaché bei der Tschechoslowakischen Botschaft in Bern, gleichzeitig studierte er an den Handelshochschulen in Bratislava und Sankt Gal-len und erwarb 1946/1947 den Titel eines Dr. sc. écon. et comm. an der Université Neuchâtel. 1947/1948 studierte er an der Karlsuniversität Prag Geschichte und war zugleich bis 1949 im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten in Prag tätig. Es folgten leitende Tätigkeiten bei Exico Bra-tislava, BEZ Co. (ehem. Siemens), bei der Außenhandelsgesellschaft Omnia und im Bundesministerium der Finanzen, wo er 1989-1990 nach der „Samtenen Revolution“ Berater des Ministers wurde. Die Jahre 1990- 2002 bis zu seinem Ruhestand sahen ihn als Gründer und Direktor der Börse Bratislava, als Protokollchef im Büro des slowakischen Staatspräsidenten und als Mitglied des Aufsichtsrates von Ludová Banka, Bratislava.

Zdenko G. Alexy betrieb seit 1958 Forschung auf dem Gebiet der Heraldik und der Emblematik, insbesondere zu bürgerlicher und kirchlicher Heraldik, die er durch wichtige neue Kreationen bereicherte. Er ist Gestalter zahlreicher heraldischer Bucheignerzeichen. Zu diesem Thema brachte Alexy zwischen 1983 und 1985 ein dreibändiges Werk unter dem Titel „Ex libris Armales“ heraus. Seine Beiträge auf dem Gebiet der Heraldik erschienen in zahlreichen europäischen Fachzeitschriften. Er hielt Vorträge auf internationalen Kongressen, allen voran zur Entwicklung zeitgenössischer Gestaltung von Wappen und Flaggen in der Slowakei. Seit 1978 betreibt er Studien zu ordensartigen Brustschmuck-Abzeichen kirchlicher Würdenträger, die er in seinem Werk „Ehrenzeichen der Kapitel in vormals habsburgischen Ländern“ edierte und die einen lange vernachlässigten Aspekt der Phaleristik in Zentraleuropa beleuchten.

Seine Mitgliedschaften in internationalen Fachgremien waren vielfältig; hier seien nur die wichtigsten genannt: Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique, Mitglied der Heraldischen Kommission des Ministeriums des Inneren der Slowakei, Vizepräsident der slowakischen Gesellschaft für Genealogie und Heraldik, Korrespondierendes Mitglied der heraldisch-genealogischen Gesellschaften „Adler“ in Wien und des Vereins Herold in Berlin sowie Distinguished Fellow of the American College of Heraldry.

1979 wurde Dr. Alexy zum bischöflichen Notar bestellt und war trotz aller zahlreichen beruflichen Verpflichtungen nicht nur in dieser Funktion, sondern auch als Berater auf dem Gebiet der kommunalen und kirchlichen Heraldik unermüdlich tätig. Mehrere hundert Familienwappen wurden dabei in die notariellen Matrikeln aufgenommen, nach althergebrachter Manier in der besonderen Sprache des heraldischen Lateins blasoniert, wie zu Guttenbergs Zeiten mit einzelnen Lettern gesetzt, auf handgeschöpftem Büttenpapier gedruckt und mit einer handgemalten Abbildung des Wappens versehen.

Dr. Alexy verdanken wir zwei Bände der MATRICULA ARMALIS und damit nahezu vier Jahrzehnte engagierter, überkonfessioneller Protokolltätigkeit im Geiste lebendiger Heraldik.

12. Januar 2016/von Dr. Rolf E. Sutter
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2016/01/Dr.Alexy-Papst-Johannes-Paul-II.jpg 205 334 Dr. Rolf E. Sutter https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Dr. Rolf E. Sutter2016-01-12 11:12:312022-02-24 15:18:14Nachruf Dr. Sc. Zdenko G. Alexy
Familienwappen

Die Wappenstiftung von Christian Reisinger

Wenn jemand eine Reise nach Stuttgart macht, tut er dies nicht selten deshalb, um hier seinen neuen Mercedes oder Porsche abzuholen. Es gibt aber auch Menschen, die nach Stuttgart kommen, um hier die Stiftungsurkunde ihres neuen Familienwappens oder die Ergebnisse ihrer Familienforschung in Empfang zu nehmen.

Am Donnerstag, den 12. November besuchte uns aus diesem Grund Christian Reisinger.

Und natürlich sind wir auch immer neugierig, etwas über die Hintergründe zu erfahren, die unsere Kunden zu uns geführt hat.

Christian Reisingers Gründe für die Wappenstiftung

Die Mutter von Herrn Reisinger ist in diesem Jahr verstorben, der Vater bereits vor 10 Jahren.

Als am 10. Juni dieses Jahres Christian Reisingers Sohn geboren wurde, wuchs in ihm der Wunsch, seinem Sohn irgendwann etwas hinterlassen zu können, das ihm etwas über seine Wurzeln erzählt.

Wappen-Reisinger-Übergabe-Stiftungsurkunde

Obwohl das Motto der Reisingers ist, dass man immer in die Zukunft blicken soll und nicht so sehr in die Vergangenheit, ist es für ihn von großer Bedeutung zu wissen, woher man kommt und welche Geschichte die eigene Familie hat.

Aus diesem Grund fing Herr Reisinger an, in der Hinterlassenschaft seiner Eltern nach Dokumenten zu suchen, die ihm etwas über seine Familiengeschichte verraten. Leider war hier nicht viel zu finden.

In Erzählungen seines Vaters hatte Herr Reisinger aber einmal aufgeschnappt, dass es in der Familie einmal ein Familienwappen gegeben hatte und war nun neugierig darauf, dieses zu finden. Leider konnten wir in unseren Recherchen kein entsprechendes Wappen finden, so dass sich Herr Reisinger entschloss, ein neues Wappen zu stiften.
Wappen-Übergabe-Reisinger
Die Stiftung des Familienwappens Reisinger initiierte der Stifter vor allem, um das Lebenswerk seines Vaters anzuerkennen, der für ihn in allen Lebensbereichen, geschäftlich wie privat, immer ein Vorbild gewesen ist.

Wappen-Reisinger

Übergabe des Wappens

Am 12. November war es dann endlich so weit, dass Herr Reisinger die Stiftungsurkunde, den Heraldikbericht, den Wappenbrief und die kirchlich notarielle Registrierung seines Familienwappens persönlich bei uns in Empfang nahm.

Hier ein Zitat von Chrisian Reisinger:

Es ist mir wichtig, zu erwähnen, dass Pro Heraldica zu jedem Zeitpunkt der Zusammenarbeit mein vollstes Vertrauen hatte. Sowohl die persönliche als auch die fernmündlichen Kommunikation mit Frau Gruschka, Herrn Sutter oder Frau Heimbach war stets eine Bereicherung für mich und ich fühlte ich mich zu jeder Zeit bestens betreut. Ich kann Pro Heraldica wirklich an jeden weiterempfehlen, der ein Wappen stiften oder seine Familiengeschichte erforschen lassen möchte!

8. Dezember 2015/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2015/12/Wappen-Übergabe-Reisinger.jpg 300 400 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2015-12-08 13:41:012018-10-10 14:52:26Die Wappenstiftung von Christian Reisinger
Familienwappen

Die Arche Noah im Wappen

Heute stellen wir Ihnen eines unserer neu gestifteten Wappen vor, das eine ganz besondere Symbolik hat. Der Wappenstifter hat in diesem Familienwappen seinen Beruf auf eine ganz eindrucksvolle Art und Weise integriert.

Die Kreation eines neuen Wappens ist oft ein Spagat zwischen den Wünschen und Vorstellungen des Wappenstifters und den heraldischen Regeln. Die Kunst liegt darin, am Ende ein Wappen zu erhalten, mit dem sich der Wappenstifter identifizieren kann, das aber auch den heraldischen Regeln entspricht.

Die Arche Noah

Die Aufgabenstellung

Unser Kunde, ein Zoobesitzer, wollte seinen beruflichen Hintergrund in Form einer Arche Noah im Wappen verewigt haben.

Das Ergebnis

Wappen Arche NoahDer Wappenschild ist grün grundiert und zeigt die goldene Figur der Arche Noah in Frontalansicht mit schwarzen Tierfiguren vor der Front des Bootsaufbaus. Zu sehen sind zwei Affen, einer außerhalb der Bordwand hängend, eine Robbe ein Flamingo, ein Elefant, ein Esel und ein Pinguin. Das Ensemble entspricht dem Logo des vom Stifter gegründeten und geführten Zoos und wurde gemäß heraldischer Erfordernisse gestaltet.

Helmzier-Arche-NoahDen Helm des Wappens Wilhelm ziert eine wachsende, aus zwei Tieren zusammengesetzte Figur, rechts goldener Löwe, links silbern-schwarz gestreiftes Zebra; beide Tierarten werden auch im Zoo des Stifters gehalten.

So sieht das fertige Wappen aus:

Arche-Noah-Wappen

 

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr ganz eindrucksvoll, wie individuell jede Wappengestaltung ist. Denn keine Familie ist wie die andere. Und kein Wappen ist wie das andere. Jedes einzelne Wappen erzählt seine eigene Geschichte: Die Geschichte der Menschen, für die es als symbolisch steht.

4. September 2015/von Alexandra Scheiderbauer
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2015/09/Arche-Noah-Wappen.jpg 591 400 Alexandra Scheiderbauer https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Alexandra Scheiderbauer2015-09-04 09:54:142018-09-20 12:08:38Die Arche Noah im Wappen
Familienwappen

XIX. Kolloquium der Académie Internationale d’Héraldique

Dieses Jahr traf sich die internationale heraldische Gemeinschaft im kleinen St. Jean du Gard in Südfrankreich. Pro Heraldica war mit drei Teilnehmern vertreten: Harald & Petra Heimbach sowie Dr. Rolf Sutter.

Thema der Veranstaltung war „La recherche héraldique d’aujourd’hui“, wie stellt sich die Heraldik im 21. Jahrhundert dar. Die Referenten präsentierten ihre aktuellen Arbeiten.

Wir hörten interessantes über die heraldische Normalität in der Schweiz. Hier werden die kommunalen Wappen sogar auf Müllbeutel gedruckt, welche sogar die Farbgebung der jeweiligen Wappen aufnehmen! Nun, das erlauchte Fachpublikum reagierte etwas pikiert. Ich finde es herrlich, daß tradierte Zeichen so selbstverständlich in den Alltag integriert werden. Welch ein Unterschied zu den inzwischen weit verbreiteten Logos hierzulande zu denen die Bürgerschaft wenig bis keinen Bezug hat!
Viele Teilnehmer berichteten über ihre Recherchen in der großen und kleinen Geschichte: Die Identifizierung einer Ahnin im 13. Jh. aufgrund der überlieferten Wappen; die Herzen im königlich dänischen Wappen, die wahrscheinlich im Ursprung Lindenblätter waren; mittelalterliche Wappen in England und Belgien.

Herr Dr. Sutter berichtete in einem vielbeachteten Vortrag über die historischen Wappenbücher der Bremer Kaufmannschaft.
Ein großes Thema waren auch die betrügerischen Umtriebe im Internet. Passend hierzu stellte ich unsere neue internationale Plattform eherold.org vor. Diese wird es auch Bürgern in Ländern, die keine Registrierungsmöglichkeiten bieten, ermöglichen ihre Wappen zu schützen. Diese Initiative von Pro Heraldica wurde allgemein sehr begrüßt.

Last but not least haben diese Veranstaltungen natürlich auch eine – durchaus genußvolle – soziale Komponente. Die abendlichen Versammlungen in den örtlichen Restaurants sind die sehr willkommene Erholungen vom anstrengenden Vorlesungsmarathon.

Wir freuen uns jetzt schon auf den 32. Internationalen Kongress der genealogischen und Heraldischen Wissenschaften im nächsten Jahr. Er findet unter dem Motto „Origines and Evolution“ vom 10. bis 13. August in Glasgow statt. Dieses interessante Thema wie auch die sehr viel umfangreichere Veranstaltung sind durchaus auch für ein weniger professionelles historisch interessiertes Publikum geeignet. Erstmalig wird im Anschluß an die Vortragsveranstaltung ein Post-Congress Tour angeboten, die – unter kundigster Führung – von Sonntag bis Dienstag zu wichtigen Plätzen der schottischen Historie führt. Die schottischen Organisatoren informieren unter www.congress2016.scot.

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28. August 2015/von Petra Heimbach
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2015/08/Heraldik-Kolloquium-Frankreich-23.jpg 450 600 Petra Heimbach https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Petra Heimbach2015-08-28 17:10:262018-05-29 12:51:43XIX. Kolloquium der Académie Internationale d’Héraldique
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