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Sie sind hier: Startseite1 / Ahnenforschung (Genealogie) und Heraldik Blog – Pro Heraldica2 / Bügelhelm

Schlagwortarchiv für: Bügelhelm

Familienwappen, Städte-/Länderwappen

Das Wappen von Hamburg

Hamburg entstand 1215 aus der Zusammenlegung des ursprünglichen Erzbischofsitzes Hammaburg mit der von den Schauenburger Grafen 1188 gegründeten Neustadt. Nach ansehnlichen Machtzuwachs war Hamburg praktisch, jedoch nicht faktisch seit dem 14. Jahrhundert unabhängig und behauptete seit 1510 den Reichsstadtstatus, der aber erst 1618 vom Reichskammergericht bestätigt wurde.

Blasonierung des Wappen von Hamburg

Das Wappen von Hamburg zeigt in Rot eine hervorkommende silberne Burg mit geschlossenem Rundbogentor, auf dem Zinnenkranz mit sieben Zinnen drei Türme, die beiden Äußeren vierfach gezinnt und von je einem sechszackigen silbernen Stern überhöht, der mittlere großer mit Kuppel, darauf ein Knauf und ein Kreuz. Auf dem rot-silbern bewulsteten Bügelhelm mit rot-silbernen Decken fächerweise sechs seitlich abflatternde rote Lanzenfähnchen, darauf die silberne Burg, zwischen der ersten und zweiten, der dritten und vierten und der fünften und sechsten Lanzenstange je eine natürliche Pfauenfeder. Schildhalter: rechts und links ein widersehender goldener Löwe.

Ursprung und Entwicklung des Wappen von Hamburg

Wie bei vielen anderen Städten auch geht der Ursprung des Wappen von Hamburg auf alte städtische Siegel aus dem 12./13. Jahrhundert zurück. Schon die norddeutschen Hohlpfennige Ende des 12. Jahrhunderts zeigten ein Bauwerk mit drei Türmen, aber diese Münzen waren nicht städtisch, sondern solche des Erzbischofs von Bremen und der Grafen von Holstein. In eben dieser Zeit  1190  gab es die ersten Bestrebungen der Hamburger Bürger, sich von der Oberhoheit des Grafen freizumachen, ein sich selbst ergänzender Rat wurde gewählt. (…) Vom Vermittler zwischen Landesherrn und Bürgerschaft wurde er zur Obrigkeit, der gegenüber auch die Bürger eine Vertretung brauchten. Das Wappen wurde eine Hamburger Angelegenheit und somit landesherrlichen Einflüssen entzogen.

Das Siegel- und spätere Wappenbild zeigt die Stadt- bzw. Burgmauer mit drei Türmen, über diesen befinden sich rechts und links je ein Stern und in der Mitte ein Kreuz. (…) Das Tor in der Mitte wurdemal offen, mit und ohne Fallgitter, häufig aber auch geschlossen gezeigt, endgültig wurden die Flagge und das Wappen, letzteres mit geschlossenem Tor, durch Se-natsentscheid 1834 in der noch heute gültigen Form beschlossen. (…)

Im 16. und 17. Jahrhundert gab es Versuche, das Wappenbild christlich zu interpretieren. Eine Abbildung zeigt die Jungfrau Maria im geöffneten Tor (…). Auch die älteste erhaltene farbige Abbildung des Wappens (etwa 1460) stellt ein religi?ses Motiv dar: einen Diener des Senats, betend vor der Jungfrau Maria. Hierist das Wappenbild, das Tor, in tiefem Purpurrot coloriert – fast 500 Jahre wurde das Tor bzw. die Burg als naturfarbener Ziegelrohbau dargestellt. Damit reiht sich Hamburg selbst in die freien Reichsstädte ein, die die Farben rot und weiß als Wappenfarben führten. (…)

In allen Darstellungen bis hinein in das 18. Jahrhundert zeigt sich das gleiche Bild: rotes Tor (häufig Burg genannt) auf weißem (silbernen) Grund. Außer den kleinen Abwandlungen der Darstellung taucht in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das erste Mal das sogenannte mittlere Wappen auf, geschmückt mit Helm, Pfauenfedern und weißen Fähnlein mit roter Burg. Die wappenhaltenden „widersehenden“ L wen des großen Landeswappens waren nach den Abbildungen zu urteilen spätestens im 16. Jahrhundert in Nachahmung fürstlicher Wappen dem Wappen beigefügt worden.

Rot war die vorherrschende Farbe des offiziellen Hamburg. (…) Erst 1835 wurde weiß die offizielle Farbe für das Tor, rot für den Schild. Man passteich damit der Farbzusammenstellung an, wie sie inden meisten benachbarten Landschaften und Stäten ülich war. (…)

Hamburg nach 1945

Hamburg blieb auch nach 1945 Stadt undStaat zugleich. (…) Bis heute aber gibt es Differenzen üer die Kompetenzen und das Maßder Eigenständigkeit der sieben Bezirke. Gerade in „gewachsenen“Bezirken wie Harburg und Altona, aber auch dem schon läger Hamburg zugehöigen Bergedorf gibt es Traditionen und Eigenstädigkeiten, die noch heute Bestand haben und damit zur liebenswerten Vielfalt der Hamburger Stadtteile beitragen.(…) Ein wesentlicher Teil dieser Kraft ist sicherlich aus der freiheitlichen Tradition der alten Stadtrepublik abgeleitet. Der üer dem Rathauseingang eingemeißlte Wahlspruch bezieht sich auch darauf: „Die Freiheit, die schwer die Alten“ errungen, trachte die Jugend würdig zuerhalten.

(Quelle: „Wappen und Flaggen der Bundesrepublik Deutschlandund ihrer Länder“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1994)

Hamburg unter napoleonischer Herrschaft

Wappen-Hamburg-unter-napoleonischer-HerrschaftDas Wappen von Hamburg unter napoleonischer Herrschaft zeigt unter rot ein mit drei goldenen Bienen belegten Schildhaupt in Silber auf grünem Fuß eine dreitürmige naturfarbene Burg.

29. Juni 2011/3 Kommentare/von Dr. Rolf E. Sutter
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2011/06/Hamburg-Wappen1.jpg 600 526 Dr. Rolf E. Sutter https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Dr. Rolf E. Sutter2011-06-29 12:51:382022-02-23 13:37:27Das Wappen von Hamburg
Familienwappen

Das Adelswappen von Joseph von Eichendorff

Joseph von Eichendorff zählt zu den bekanntestenVertretern der deutschen Romantik. Er ist außerdem einer der meistvertonten deutschen Lyriker. Seine Werke sind bis heute lebendig und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Hierzu zählen besonders „Aus dem Leben eines Taugenichts“, „Das Marmorbild“ sowie seine zahlreichen Gedichte, wie zum Beispiel „Abschied“, „Mondnacht“ oder „Die zwei Gesellen“. Die Familie von Eichendorff gehört zum Uradel und ist ab 1250 im Raum Magdeburg und ab 1323 in der Mark Brandenburg urkundlich erwähnt. Durch Heirat mit einer schlesischen Adeligen kam die Familie Mitte des 17. Jahrhunderts in die Gegend von Ratibor. Das Eichendorff’sche Wappen mit den Adelskennzeichen Bügelhelm und Krone ist durch den goldenen Eichenast mühelos als ein redendes zu erkennen.

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

* 10. M?rz 1788 Schloß Lubowitz bei Ratibor/Oberschlesien
† 26. November 1857 in Neiße/Oberschlesien
Eltern:
Adolf Theodor Rudolf von Eichendorff
Karoline von Eichendorff, geb. von Kloch
Joseph von Eichendorff

  • 1801-1804 katholisches Gymnasium Breslau
  • 18051806 Jurastudium an der Universität Halle
  • 1807-1808 Jurastudium an der Universität Heidelberg
  • 1808 Gedichte erscheinen unter dem Pseudonym „Florens“
  • 1808 Bildungsreisen nach Paris und Wien
  • 1809-1810 Studium an der Universität Berlin: Vorlesungen bei Johann Gottlieb Fichte. Zusammentreffen mit Arnim, Brentano und Kleist.
  • 1810-1812 Jurastudium an der Universität Wien
  • 1813-1815 Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon
  • 1816 Referendar in Breslau im preußischen Staatsdienst
  • 1819 „Das Marmorbild“
  • 1821 Ernennung zum Kirchen- und Schulrat in Danzig
  • 1824 Ernennung zum Oberpräsidialrat in Königsberg
  • 1826 „Aus dem Leben eines Taugenichts“
  • 1831 Tätigkeit in verschiedenen Ministerien in Berlin
  • 1841 Ernennung zum Geheimen Regierungsrat
  • 1844 Eintritt in den Ruhestand
  • 1848 Eichendorff flüchtet wegen politischer Unruhen nach Dresden. Zahlreiche Gedichte zur Revolution 1848 entstehen.
  • 1857 Tod in Neiße/Schlesien

Literatur: Gebhardt, Armin: Eichendorff. Der letzte Romantiker, Marburg 2003.

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff in jungen Jahren, Maler unbekannt – Wappenabbildung: Von Friedrich dem Großen bis Hindenburg. o.A. o.O. o.J. [Garbáty. Berlin 1932/1934]

16. Juni 2011/von Dr. Rolf E. Sutter
https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2011/06/Adelswappen-Eichendorff1.jpg 685 514 Dr. Rolf E. Sutter https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2018/07/Logo_156-hoch.png Dr. Rolf E. Sutter2011-06-16 17:08:112022-02-23 13:38:50Das Adelswappen von Joseph von Eichendorff

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