Das dem berühmten Thomaskantor Johann Sebastian Bach zugeschriebene Wappen tritt sonst in der publizierten heraldischen Literatur nicht auf. Benutzt hat Bach zu seinen Lebzeiten ein anderes „Wappen“, nämlich sein Monogramm,das sehr bekannt ist, von ihm möglicherweise auch als Wappen empfunden wurde. Er hat dieses Monogramm, welches er mehrfach variierte, zum Siegeln benutzt. Das hier dargestellte Wappen ist, hinsichtlich der Schildgestaltung, offensichtlich als „redendes“ Wappen gedacht. Im grünen Schildfuß sehen wir einen silbernen Wellenbalken (in der älteren Heraldik auch Querfluss genannt), dereinen stilisierten Bachlauf darstellt. In diesen Sinnzusammenhang passen die beiden Pflanzen, die ein geübter Botaniker als Vergissmeinnicht identifizieren w?rde, ein Gew?chs, das feuchte Bachufer als Standort bevorzugt. Der Helm ist ein bürgerlicher Stechhelm; die beiden Büffelhörner der Zier nehmen farblich die Tingierung der rot-silbernen Helmdecken auf. Sollte es sich hierbei um ein Wappen handeln, das, wie man es aus der Geschichte der Heraldik kennt, gleichsam post mortem zugewiesenwurde, so hat sich der Gestalter – was immerhin erstaunlich ist – aller Anspielungen auf das musikalische Genie der Bachfamilie enthalten.

Johann Sebastian Bach
* 31. März 1685 in Eisenach
† 28. Juli 1750 in Leipzig
Eltern:
Johann Ambrosius Bach
Maria Elisabeth Bach, geb. Lämmerhirt
Johann Sebastian Bach gilt als bedeutendster deutscher Barockkomponist. Seine Werke inspirieren
die Menschen bis heute und galten vielen Komponisten als Vorbilder.
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- 1685 Johann Sebastian Bach wird in Eisenach in eine weitverzweigte Familie von Musikern
hineingeboren. - 1695 Nach dem Tod beider Eltern nimmt ihn sein älterer Bruder Johann Christoph zu sich.
- 1700 Stipendium an der Michaelis-Klosterschule in Lüneburg
- 1703 Anstellung als Lakai und Violinist am Hofe von Herzog Johann Ernst von Sachsen-Weimar. Nach wenigen Monaten übernimmt er in Arnstadt das Organistenamt an der Neuen Kirche. Er schreibt seine ersten bedeutenden Orgelkompositionen.
- 1705 Reise nach Lübeck, bei der er von Dietrich Buxtehude unterrichtet wird
- 1707 Er verlässt Arnstadt und wird Organist der St.-Blasius-Kirche in Mühlhausen.
Im gleichen Jahr Heirat mit seiner Cousine Maria Barbara.
- 1685 Johann Sebastian Bach wird in Eisenach in eine weitverzweigte Familie von Musikern

- 1708 Anstellung in Weimar bei Herzog Wilhelm Ernst als Hoforganist
und Kammermusiker - 1714 steigt er zum Konzertmeister auf – sein Ruf als Orgelvirtuose verbreitet sich rasch
- 1717 Bach wird von Fürst Leopold zum Hofkapellmeister am Hofe in Anhalt-Köthen
ernannt. Hier entstehen vor allem Instrumentalwerke wie Violinkonzerte,
Orchestersuiten und zahlreiche Klavierstücke. - 1720 Bachs Ehefrau stirbt. Ein Jahr später heiratet Bach zum zweiten Mal:
die Musikertochter Anna Magdalene Wilcke. - 1723 Bach wird in die Position des Thomaskantors in Leipzig gewählt. Hier entstehen
seine großen Vokalwerke (Johannes- und Matthäuspassion) sowie zahlreiche
Kantaten und Motetten. - 1750 stirbt Johann Sebastian Bach 65jährig in Leipzig
Literatur: Johann Sebastian Bach, 2. Auflage, Frankfurt am Main 2007.
Johann Sebastian Bach im Jahre 1746, Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann
Wappenabbildung: Von Friedrich dem Großen bis Hindenburg. o.A. o.O. o.J. [Garbáty. Berlin 1932/1934]



Joseph von Eichendorff zählt zu den bekanntestenVertretern der deutschen Romantik. Er ist außerdem einer der meistvertonten deutschen Lyriker. Seine Werke sind bis heute lebendig und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Hierzu zählen besonders „Aus dem Leben eines Taugenichts“, „Das Marmorbild“ sowie seine zahlreichen Gedichte, wie zum Beispiel „Abschied“, „Mondnacht“ oder „Die zwei Gesellen“. Die Familie von Eichendorff gehört zum Uradel und ist ab 1250 im Raum Magdeburg und ab 1323 in der Mark Brandenburg urkundlich erwähnt. Durch Heirat mit einer schlesischen Adeligen kam die Familie Mitte des 17. Jahrhunderts in die Gegend von Ratibor. Das Eichendorff’sche Wappen mit den Adelskennzeichen Bügelhelm und Krone ist durch den goldenen Eichenast mühelos als ein redendes zu erkennen.
Er war ein Naturforscher mit weit über die Grenzen Europas hinausreichender Wirkung. Alexander von Humboldt schuf mit seinem aus seinen Weltreisen sich entwickelnden Gesamtwerk einen bis dahin nicht gekannten neuen Wissensstand von der Welt und wurde zum Mitbegründer der Geographie als empirischer Wissenschaft. Seine Familie stammt aus der Mark Brandenburg, wo sie im 17. Jahrhundert erstmals fassbar und bereits dem Adel zugerechnet wird. Der Adel wurde ihr 1738 in Preußen bestätigt, was die Existenz eines Wappens voraussetzt. Wüsste man dies nicht, so wäre man versucht zu glauben, dass die Emblematik des Wappens – Laubbaum (Natur) und Sterne (Navigation/Seereisen) – in unmittelbarer Verbindung zum Naturforscher Alexander von Humboldt steht.

