Heute werfen wir einen Blick auf das Wappen von Robert Francis Prevost, der letzte Woche zum Papst gewählt wurde und nun den Namen Leo XIV trägt. Das Papstwappen wurde am Samstag vom Vatikan veröffentlicht.
Heute wäre der Geburtstag 97. Geburtstag von Königin Elizabeth II.. Am 8. September 2022 ist sie im Kreise ihrer Familie auf Schloss Balmoral in Schottland verstorben. Damit ging Ihre 70-Jährige Regentschaft zu Ende und ihr Sohn Charles wurde der neue König von Großbritannien.
Königin Elisabeth II. wurde am 21. April 1926 in Mayfair, London, geboren. Dieses Jahr feierte sie bereits ihr 70-jähriges Thronjubiläum als Königin von Großbritannien. Und das, obwohl bei ihrer Geburt niemand damit gerechnet hatte, dass sie jemals den Thron besteigen könnte. Der damalige König war Edward VIII., der Bruder von Elizabeths Vater Georg VI. König Edward VIII. dankte jedoch im Dezember 1936 ab, weil er seine bereits zweimal geschiedene amerikanische Geliebte Wallis Simpson heiraten wollte. Durch diese Abdankung wurde sein Bruder, Georg VI., am 11. Dezember 1936 zum König von Großbritannien. Seine älteste Tochter Elizabeth wurde somit Thronfolgerin. Im Jahr 1952 verstarb Georg VI. im Alter von 56 Jahren. Prinzessin Elizabeth folgte ihm am 6. Februar 1952 auf den Thron und regiert Großbritannien seitdem.
Das Wappen von Königin Elizabeth II.
Elizabeth II. führte als Königin das Wappen von Großbritannien. Dieses steht als Symbol für die königliche Herrschaft.

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Feld 1 und 4 in Rot die drei schreitenden hersehenden blaugezungten goldenen englischen Löwen. In Feld 2 in Gold den blaubewehrten und -gezungten roten Löwen von Schottland im doppelten roten Lilieninnenbord. In Feld 3 in Blau die silbern besaitete goldene Harfe von Irland. Den Schild umgibt das goldengesäumte blaue Band des Hosenbandordens mit den Worten „Honi soit qui mal y pense“ – „Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt“.
Der Helm mit der Krone mit einem hersehenden gekrönten Löwen als Zier.
Schildhalter sind rechts der hersehende rotbewehrte gekrönte goldene Löwe (England) links das schottische goldenbewehrte silberne Einhorn, das um den Hals eine goldene Krone trägt.
Das erste Wappen ab 1944
1944 erhielt Elizabeth ihr erstes Wappen. Es bestand aus einem Rautenschild mit dem königlichen Wappen des Vereinigten Königreichs, ergänzt durch einen silbernen Turnierkragen mit drei Lätzen (der mittlere Latz mit einer Tudor-Rose, die beiden anderen mit einem Georgskreuz). Dieses Wappen führte sie bis zum Jahr 1947.

Von SodacanDiese Vektorgrafik wurde mit Inkscape erstellt. – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11593366
Wappen nach der Hochzeit mit Prinz Philip 1947
Nach ihrer Hochzeit mit Prinz Philip im Jahr 1947 wurde das Wappen um den Wahlspruch des Hosenbandordens ergänzt. Hier sehen Sie das Wappen, das Elizabeth von 1947 bis zu Ihrer Krönung im Jahr 1952 führte. Seitdem führt sie das Wappen von Großbritannien.

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Royal Baby – Kein Name aber schon ein Wappen
Heute ist Weltfrauentag. Viele Dinge, die für Frauen in Deutschland heute selbstverständlich sind, waren nicht immer so. Heute dürfen Frauen wählen, wir dürfen selbst darüber entscheiden, welchen Beruf…
In der letzten Woche fand in Cambridge der 35. Weltkongress für Heraldik und Genealogie in Cambridge statt. Vom 15. August bis 19. August 2022 trafen sich dort die weltweit renommiertesten Heraldiker und Genealogen.
Vom 15. August bis 19. August 2022 wird der 35. Weltkongress für Heraldik und Genealogie in Cambridge stattfinden. Der Kongress, der alle 2 Jahre an wechselnden Orten ausgetragen wird, wurde im Jahr 2010 von Pro Heraldica in Stuttgart ausgerichtet.
Clare College, Cambridge
Der Kongress 2022 findet im Clare College, Cambridge statt. Dies ist gelegen auf beiden Seiten des Flusses Cam. Die aktuellen Gebäude der Alten Gerichte stammen aus den Jahren 1638-1715. Sie sind durch wunderschöne Gärten und eine Brücke mit dem Memorial Court verbunden, einem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Memorial Court beherbergt den größten Hörsaal des Colleges, das Riley Auditorium, zusammen mit Ausstellungsräumen und Konferenzeinrichtungen. Die Vorlesungen finden sowohl in den Old Courts als auch im Memorial Court statt.
Das College ist seit langem der Hauptsitz der Cambridge University Heraldic & Genealogical Society, deren Mitglieder eine aktive Rolle dabei spielen werden, Delegierte an ihrer Universität willkommen zu heißen.
Kongressprogramm
Hier geht´s zum Kongressprogramm
Wir sind dabei
Auch von Pro Heraldica wird natürlich wieder eine Delegation vor Ort sein, bestehend aus Dr. Harald Heimbach, Clemens Kech und Dr. Rolf Sutter.
Der schottische Heraldiker James Dempster sagte einmal:
Heraldry doesn’t tell you who someone is, it either tells you who they think they are or who they would like you to think they are.
Zu Deutsch: Heraldik sagt einem nicht, wer jemand ist. Aber sie sagt einem, wie diese Menschen denken zu sein. Oder wie sie gerne wahrgenommen werden wollen.
Dieser Satz blieb bei mir hängen. Doch es ist wichtig, diesen Satz auch im richtigen Kontext zu betrachten.
Wappenführende Familien – die Großunternehmen der früheren Jahrhunderte
Das Zitat stammt aus einem Vortrag , in dem es um Heraldik im 16. Jahrhundert geht. Und genau in diesem Zusammenhang muss man diesen Satz auch sehen. Damals stellten Familienwappen und damit die Heraldik eine Möglichkeit dar, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wappenführende Familien waren damals das, was man heute als die oberen Zehntausend bezeichnen würde – also die Spitze der Gesellschaft. Nur wer sich besonders um die Gesellschaft verdient gemacht hatte, dem wurde das Privileg zu Teil, ein Wappen zu führen. Das Wappen stand nicht nur für die Familie selbst, sondern auch für den ganzen Hofstaat, den solche Familien um sich versammelten. Man kann also sagen, dass wappenführende Familien in etwa den Stellenwert hatten, den heute große Unternehmen haben.
Und was braucht ein großes Unternehmen? Eine PR-Arbeitung und eine Werbeagentur, die den Außenauftritt der Firma, die Corporate Identity und das Corporate Design, plant und kontrolliert. Früher gab es natürlich all das noch nicht. Hier übernahm also der Staatsherold in gewisser Weise die Aufgabe des PR-Managers, die angesehenen Familien in der Öffentlichkeit mit Hilfe der Heraldik darzustellen.
Ritterlichkeit, Großmut und Familiensinn

Wappen der Familie Heimbach
Heute steht ein Familienwappen insbesondere für die Zusammengehörigkeit in der Familie, für den Halt, den dieser Familienbund dem einzelnen Menschen bedeutet und die Identität, die so in ein einem gemeinsamen „Logo“ ausgedrückt wird. Ein Wappen steht seit jeher für die Tugenden „Ritterlichkeit, Großmut und Familiensinn“. Daran hat sich in fast 900 Jahren nichts geändert. Ein Familienwappen drückt über die heraldischen Symbole die Werte einer Familie aus, es erzählt uns etwas über die Herkunft der Familie. Aber vor allem: Es zeigt uns, dass den Menschen, die sich für die Stiftung eines Familienwappens entscheiden, die eigene Familie wichtig ist. Und welchen Stellenwert die Familie einnimmt.
Und natürlich werden auch in den heutigen Familienwappen Symbole gewählt, mit denen der Wappenstiftende in Verbindung gebracht werden möchte. Und das sind eben Symbole, die ausdrücken, wer diese Menschen denken zu sein. Insofern hat erweist sich auch heute das Zitat noch als richtig.
Und obwohl sich über die Zeit viel verändert hat, so sind zumindest ein paar Dinge gleich geblieben: Ein Wappen ist damals wie heute ein Zeichen von Traditionsbewusstsein, ein Band der Identifikation mit den Familienwerten und die Quelle des Stolzes auf die Familie.
Heute wird gefeiert! Jedes Jahr zelebrieren die Niederländer den Geburtstag des Königs Willem-Alexander mit dem Koningsdag.
Geschichte des Koningsdag
Eingeführt wurde der Feiertag als Prinsessedag am Geburtstag von Wilhelmina (31. August), damals noch Prinzessin. Als Wilhelmina Königin wurde, entstand der Koninginnedag.
Als Juliana, die Tochter von Wilhelmina, Königin wurde, feierte sie den Koninginnedag an ihrem Geburtstag am 30. April. Auch Beatrix, die Mutter von König Willem-Alexander, behielt den 30. April bei, obwohl ihr eigener Geburtstag im Januar ist. Sie führte auch die Tradition ein, mit ihrer Familie an diesem Tag das Land zu bereisen und jeweils zwei Gemeinden zu besuchen. König Willem Alexander hat diese Tradition beibehalten. Sein Geburtstag ist am 27. April, deshalb ist dieser Tag seit 2014 offizieller Koningsdag.
Die Wappen der Königsfamilie
Auf Anfrage hat ein niederländischer Kollege den Kontakt zum Sekretär des Hoge Raad van Adel hergestellt. Dieser hat uns Abbildungen der Originalzeichnungen der Wappen von Prinz Willem-Alexander (bis 30. April 2013) und seiner Mutter Prinzessin Beatrix (1938-1980 und nach Ihrer Abdankung am 30.04.2013) zur Verfügung gestellt, die wir Ihnen hier zeigen wollen.
Das Staatswappen der Niederlande
Als König der Niederlande führt Willem-Alexander das Staatswappen der Niederlande. Vor seiner Amtseinführung und ab dem Zeitpunkt seiner Abdankung führte/führt er das Wappen der Kinder von Prinzessin Beatrix und Prinz Claus.

Das Staatswappen der Niederlande – Rijkswapen 1907 (reg.tek.HRvA)
Je maintiendrai – Der Wappenspruch der Niederlande
„Je maintiendrai“ ist seit dem Jahre 1813 der Wappenspruch der Niederlande.
Es handelt sich hierbei um eine Übersetzung aus dem Französischen, die soviel wie: ich werde wahren, ich werde standhalten, ich werde nicht aufgeben bedeutet.
1544 erbte Prinz Willem von Nassau die Besitztümer seines Großneffen René von Chalon. Dazu gehörte das Fürstentum Oranien. Im Wappen des Geschlechtes der Chalon war der Wappenspruch: Je maintiendrai Chalon. Daraus machte der Prinz von Oranien, wie er sich jetzt nennen durfte: Je maintiendrai Nassau. Später wurde das Nassau komplett weggelassen.
Quelle: (Universität Leiden)
Das Wappen der Kinder von Prinzessin Juliana und Prinz Bernhard
Dieses Wappen führt die frühere Königin Beatrix seit Ihrer Abdankung und führte es vor Ihrer Amsteinführung als Königin.
Seit die Königin die Abdankungsurkunde unterschrieben hat, lautet der Titel der aus dem Amt geschiedenen Königin »Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Beatrix der Niederlande«. Sie wird mit »Königliche Hoheit« angesprochen. (Quelle: http://www.koninklijkhuis.nl)
Das Wappen von Willem-Alexander
![Wapen kinderen Juliana [registertekening J.P. van der Drift, 1938]](https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2013/04/Wapen-kinderen-Juliana-registertekening-J.P.-van-der-Drift-19381.jpg)
Wappen der Kinder von Prinzessin Juliana und Prinz Bernhard – Wapen kinderen Juliana [registertekening J.P. van der Drift, 1938]
Diese Abbildungen wurden uns vom Hoge Raad van Adel zur Verfügung gestellt.
Allianzwappen Prinzessin Beatrix und Prinz Claus

Wappen von Prinzessin Beatrix und Prinz Claus von Amsberg
Am 10. März 1966 heiratete Prinzessin Beatrix von Oranien-Nassau den deutschen Diplomaten Claus von Amsberg. Zu diesem Anlass wurden das Prinzessinnenwappen von Beatrix und das Wappen von Claus von Amsberg zusammengeführt.

Allianzwappen Prinzessin Beatrix und Prinz Claus
Das daraus entstandene Wappen führten Beatrix und Claus ab Ihrer Hochzeit.
Das Wappen zeigt in Feld 1 und 4 in blauem mit goldenen Schindeln besäten Feld den goldenen Löwen der Stammlinie Oranien-Nassau aus dem Prinzessinnenwappen von Beatrix, der rechts ein silbernes Schwert und links ein Bündel von 7 silbernen Pfeilen hält, und in Feld 2 und 3 in Grün auf goldenem Berg eine silberne Burg mit offenem Tor, rot bedachtem Mittelturm und zwei gezinnten Seitentürmen – das Stammwappen derer von Amsberg. Auf dem Helm mit grün-silbernen Decken ein wachsender goldener Löwe. von Amsberg aus dem Wappen von Claus von Amsberg.
Wir freuen uns sehr, dass uns der Hoge Raad van Adel diese Abbildungen zur Verfügung gestellt hat und wünschen dem neuen König der Niederlande alles Gute!
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Heute vor 494 Jahren, am 13. April 1519 erblickte Caterina de’ Medici das Licht der Welt.

Caterina de’ Medici & Familienwappen der Medici
Quelle: Bild Caterina de’ Medici Quelle: Wappen
Die Mutter von Caterina de’ Medici, die Bourbonen-Prinzessin Madeleine de la Tour d’Auvergne, verstarb bereits 15 Tage nach Ihrer Geburt an den Folgen der schweren Entbindung. Ihr Vater, Herzog Lorenzo II. von Urbino, verstarb 6 Tage später; nach heutiger Ansicht an den Folgen einer Syphilis-oder Tuberkuloseerkrankung. Der Onkel von Caterina de’ Medici, Papst Leo X., übernahm die Vormundschaft. Sie lebte fortan in Rom und Ihr Onkel ernannte sie zur Herzogin von Urbino. Leo X. verstarb 1521. Sein im Konklave unterlegener Cousin Guilio , der spätere Papst Clemens VII., zog sich mit Caterina in seinem Gefolge in die Heimatstadt der Medici, Florenz, zurück. 2 Jahre später wurde er dann gewählt und lies das Kind in Florenz zurück. Dort wurde sie zeitweise als Geisel gehalten. Caterina de‘ Medici war seit ihrer Geburt ein Spielball der Mächtigen.
Caterina de’ Medici Königin von Frankreich
Im Oktober 1533 heiratete Caterina de’ Medici, die u.U. reichste Erbin Europas, Heinrich von Orléans. Als 1536 der französische Thronfolger unerwartet verstarb, war ihr Ehemann Dauphin von Frankreich. 1547 wurde Caterina de’ Medici Königin von Frankreich. Nach dem Tod von Heinrich II. im Jahr 1559, übernahm Caterina de’ Medici jeweils die Regierungsgeschäfte für ihre minderjährigen Söhne. 30 Jahre lang war Caterina de‘ Medici, die „italienische Krämerstochter“, eine der maßgeblichen Figuren Europas.
Kultur gefällig
Auch kulturell hatte Caterina de’ Medici maßgeblichen Einfluss auf den französischen Hof. Man führt die Einführung des Damensattels, der es Frauen erlaubte, an Jagden teilzunehmen, auf sie zurück. Caterina de’ Medici gilt auch als Mutter der französischen Kochkunst, die vorher eher deftig-rustikal geprägt war. Durch sie gelangten italienische Köche an den französischen Hof, die dem französischen Adel bislang völlig unbekannte Genüsse eröffneten. Die Tischmanieren verbesserten sich unter ihrem Einfluss deutlich. War es bisher üblich, in das Tischtuch zu schnäuzen, so galten feine Diners nun als Statussymbol. Sogar den Schnupftabak soll Caterina de’ Medici hoffähig gemacht haben.
Bartholomäusnacht
Bekannt wurde Caterina de’ Medici ebenfalls durch ihren Befehl, in der sogenannten Bartholomäusnacht tausende Hugenotten zu ermorden. Sie löste letztlich den 4. Hugenottenkrieg aus.
Familienwappen der Medici

Familienwappen der Medici
Die Medici führten einen Rossstirnschild. Diese Schildform, tritt ausschließlich in der italienischen Heraldik auf. Blasonierung: In Gold sechs (1:2:2:1) Kugeln, die oberste blau und belegt mit drei goldenen Lilien, alle anderen rot. Die Lilien des französischen Königswappens wurden den Medici 1465 von Ludwig XI. als Gnadenzeichen verliehen, bis dahin waren die Kugeln einheitlich rot.
Um das Thema Familienwappen ranken sich viele Mythen und Vorurteile. Wenn sich Menschen mit diesem Thema an uns wenden, stellen wir immer wieder fest, dass sich auch heute noch hartnäckig ein paar Vorurteile rund um dieses Thema halten. Die häufigsten Vorurteile um das Thema Familienwappen nehmen wir heute unter die Lupe und räumen damit auf:
Vorurteil 1: Wappen sind dem Adel vorbehalten

„Coat of Arms of the United Kingdom in Scotland (1837-1952)“ von SodacanDiese Vektorgrafik wurde mit Inkscape erstellt. – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
Zum einen hören wir immer wieder, dass Familienwappen dem Adel vorbehalten sind. Es ist natürlich richtig, dass Familienwappen zunächst das Privileg von adligen Familien waren. Als die Ritter begonnen haben, Vollrüstungen anzulegen und aufs Schlachtfeld zogen, waren die Vollharnische in der Regel Söhne aus adligen Familien. Das aufstrebende Bürgertum hat sich allerdings im 13. Jahrhundert relativ rasch dieser adligen Privilegien bemächtigt. Heute können wir über 90 Prozent der in der deutschen Literatur vorhandenen Familienwappen bürgerlichen Familien zuordnen.
Vorurteil 2: Nur ein altes Wappen ist ein echtes Wappen
Auch heute noch werden neue Familienwappen gestiftet. Und zwar weil es heute wie früher Familien gibt, die für Ihre Familie ein Zeichen der Familienverbundenheit stiften wollen. Sozusagen ein ganz persönliches Log, ein Zeichen für die nächsten Generationen. Es kommt nicht selten vor, dass Familien mit einem vermeintlich ihrer Familien zuzuordnenden Wappen zu uns kommen und sich dann herausstellt, dass sie dafür gar keine Führungsberechtigung besitzen. Denn wie wir in unserem Beitrag “Wege zur rechtmäßigen Wappenführung” bereits ausführlich erläutert haben, leitet sich die Führungsberechtigung aus der genealogischen Herkunft ab.
Vorurteil 3: Wappen werden verliehen
Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen sind Wappen nicht verliehen worden. Die Wappen wurden gestiftet von Familien, die vielleicht einen sozialen Aufstieg gemacht haben oder wenn ein Wappen aufgrund der Siegelführung notwendig war. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Person ein öffentliches Amt bekleidete. In diesem Fall setzte man sich mit einem Heraldiker in Verbindung, der das Wappen gestaltete. Anschließend wurde das Wappen zur Veröffentlichung, Registrierung oder öffentlichen Legitimier
ung gebracht. Dies geschah in der Regel durch die Landessouveräne, die Landesfürsten oder die eingesetzten Hofpfalzgrafen direkt. Seit 1919 gibt es in Deutschland keine Monarchie mehr. Insofern gibt es bei uns auch kein Amt mehr, das sich von Staats wegen um die Heraldik oder um die Genealogie kümmert. Davor gab es ein Reichsheroldsamt mit Sitz in Berlin. Solche Ämter und Behörden werden auch heute noch von unseren Kollegen in den Monarchien in Großbritannien, Norwegen oder Dänemark weitestgehend noch geführt. Bei uns in Deutschland gibt es so eine staatliche Institution allerdings nicht mehr. Diese Aufgaben werden in Deutschland von Vereinen wie z.B. dem Wappen Herold übernommen.
Das dem berühmten Thomaskantor Johann Sebastian Bach zugeschriebene Wappen tritt sonst in der publizierten heraldischen Literatur nicht auf. Benutzt hat Bach zu seinen Lebzeiten ein anderes „Wappen“, nämlich sein Monogramm,das sehr bekannt ist, von ihm möglicherweise auch als Wappen empfunden wurde. Er hat dieses Monogramm, welches er mehrfach variierte, zum Siegeln benutzt. Das hier dargestellte Wappen ist, hinsichtlich der Schildgestaltung, offensichtlich als „redendes“ Wappen gedacht. Im grünen Schildfuß sehen wir einen silbernen Wellenbalken (in der älteren Heraldik auch Querfluss genannt), dereinen stilisierten Bachlauf darstellt. In diesen Sinnzusammenhang passen die beiden Pflanzen, die ein geübter Botaniker als Vergissmeinnicht identifizieren w?rde, ein Gew?chs, das feuchte Bachufer als Standort bevorzugt. Der Helm ist ein bürgerlicher Stechhelm; die beiden Büffelhörner der Zier nehmen farblich die Tingierung der rot-silbernen Helmdecken auf. Sollte es sich hierbei um ein Wappen handeln, das, wie man es aus der Geschichte der Heraldik kennt, gleichsam post mortem zugewiesenwurde, so hat sich der Gestalter – was immerhin erstaunlich ist – aller Anspielungen auf das musikalische Genie der Bachfamilie enthalten.

Johann Sebastian Bach
* 31. März 1685 in Eisenach
† 28. Juli 1750 in Leipzig
Eltern:
Johann Ambrosius Bach
Maria Elisabeth Bach, geb. Lämmerhirt
Johann Sebastian Bach gilt als bedeutendster deutscher Barockkomponist. Seine Werke inspirieren
die Menschen bis heute und galten vielen Komponisten als Vorbilder.
-
- 1685 Johann Sebastian Bach wird in Eisenach in eine weitverzweigte Familie von Musikern
hineingeboren. - 1695 Nach dem Tod beider Eltern nimmt ihn sein älterer Bruder Johann Christoph zu sich.
- 1700 Stipendium an der Michaelis-Klosterschule in Lüneburg
- 1703 Anstellung als Lakai und Violinist am Hofe von Herzog Johann Ernst von Sachsen-Weimar. Nach wenigen Monaten übernimmt er in Arnstadt das Organistenamt an der Neuen Kirche. Er schreibt seine ersten bedeutenden Orgelkompositionen.
- 1705 Reise nach Lübeck, bei der er von Dietrich Buxtehude unterrichtet wird
- 1707 Er verlässt Arnstadt und wird Organist der St.-Blasius-Kirche in Mühlhausen.
Im gleichen Jahr Heirat mit seiner Cousine Maria Barbara.
- 1685 Johann Sebastian Bach wird in Eisenach in eine weitverzweigte Familie von Musikern

- 1708 Anstellung in Weimar bei Herzog Wilhelm Ernst als Hoforganist
und Kammermusiker - 1714 steigt er zum Konzertmeister auf – sein Ruf als Orgelvirtuose verbreitet sich rasch
- 1717 Bach wird von Fürst Leopold zum Hofkapellmeister am Hofe in Anhalt-Köthen
ernannt. Hier entstehen vor allem Instrumentalwerke wie Violinkonzerte,
Orchestersuiten und zahlreiche Klavierstücke. - 1720 Bachs Ehefrau stirbt. Ein Jahr später heiratet Bach zum zweiten Mal:
die Musikertochter Anna Magdalene Wilcke. - 1723 Bach wird in die Position des Thomaskantors in Leipzig gewählt. Hier entstehen
seine großen Vokalwerke (Johannes- und Matthäuspassion) sowie zahlreiche
Kantaten und Motetten. - 1750 stirbt Johann Sebastian Bach 65jährig in Leipzig
Literatur: Johann Sebastian Bach, 2. Auflage, Frankfurt am Main 2007.
Johann Sebastian Bach im Jahre 1746, Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann
Wappenabbildung: Von Friedrich dem Großen bis Hindenburg. o.A. o.O. o.J. [Garbáty. Berlin 1932/1934]
Nach den modernen Regeln der Heraldik und nach herrschender Meinung ist das Wappen die bildhafte Darstellung des Familiennamens. Wir schildern Ihnen, was es bei der Erstellung eines neuen Wappens zu beachten gibt und was Ihnen bei der Auswahl der Symbole hilfreich sein kann.
So wie der Familiennamen aber nicht frei verfügbar und übertragbar ist, darf auch ein Wappen nicht beliebig gewählt werden. Es sind hierbei ein paar Dinge zu beachten:
(oder wurde) das Wappen bereits von einer anderen Familie geführt?
- Führt (oder führte) bereits eine andere Familie das Wappen?
- Besteht bei dem Wappen Verwechslungsgefahr mit anderen Wappen?
- Hat die Symbolik einen sinnvollen Bezug zum Familiennamen und/oder der Familiengeschichte?
Wappensymbole und Ihre Bedeutung
Die Motive, die eine Wappengestaltung bestimmen, sind heute noch im Wesentlichen die gleichen wie im frühen historischen Wappenwesen. Um eine besonderes intensive Verbindung von Familiengeschichte und Familiensymbol herzustellen, sind daher folgende Gesichtspunkte am besten geeignet:
1. Namensdeutung und redende Wappen
Häufig gibt der Familiennamen einen Hinweis auf Beruf, Herkunft oder die Stellung der Urahnen. Deshalb wählen ihn viele Familien für ihr Familienwappen. In vielen Wappen findet sich hierfür eine entsprechende Figur, die den Namen optisch zum Ausdruck bringt. Ein solches Wappen nennt man deshalb „redendes Wappen“.
2. Stammheimat und heutige Familienheimat
Die Herkunft hat einen großen Einfluss auf die Familiengeschichte. Um die ursprüngliche oder aktuelle Heimat der Familie zu versinnbildlichen, nehmen Wappen oft auf die entsprechenden Orts- und Landeswappen Bezug. Diese Wappen dürfen allerdings nicht unverändert als Familienwappen angenommen werden, deshalb muss man sich hier auf die Wiedergabe einzelner Elemente beschränken.
3. Berufe und Berufstradition heute und gestern
Charakteristisch für ein Geschlecht ist vielfach seine Berufstradition oder sein beruflicher Aufstieg. In diesem Fall können entsprechende Berufssymbole in Wappen aufgenommen werden.
4. Besondere Ereignisse in der Familiengeschichte
Viele Familien haben in ihrer Familiengeschichte ein besonders charakteristisches Ereignis, das als unterscheidungs- und aussagekräftiges Merkmal heraldisch umgesetzt wird.
5. Vorstellungen und Wünsche des Wappenstifters
Die Vorstellungen und Wünsche des Wappenstifters liefern wertvolle Anregungen für die Wappengestaltung. Deshalb prüfen wir bei jeder Wappenstiftung explizit, inwieweit die Vorstellungen den wissenschaftlichen und ästhetischen Regeln entsprechen und setzen diese nach Maßgabe wappenrechtlicher Bestimmungen um.
Am wichtigsten ist es jedoch, dass das Wappen, dass durch all diese Überlegungen entsteht, einzigartig und unverwechselbar ist.
Um die Einzigartigkeit zu Prüfen, braucht es einen erfahrenen Heraldiker mit Zugriff auf entsprechende Unterlagen.
Einer der wichtigsten und zugleich schwierigsten Schritte bei der Stiftung eines neuen Familienwappens ist der Einmaligkeitsnachweis. Denn es gibt allein im deutschsprachigen Raum rund 1,7 Millionen Familienwappen. Das bedeutet, dass bestimmte Wappensymbole entsprechend häufig in Wappen vorkommen. Bei der Neustiftung eines Wappens stellt die Einmaligkeitsprüfung deshalb eine große Herausforderung dar. Warum das so ist? Damit ein Wappen wirklich als eimalig erklärt werden kann, ist ein Zugriff auf möglichst alle Wappen, die es mit den gewünschten Symbolen gibt, notwendig. Denn nur so kann ausgeschlossen werden, dass die gewählten Symbole in dieser Kombination nicht schon in einem bestehenden Wappen verwendet werden.
Zugriff auf gängige Datenbanken
Wir verfügen bei Pro Heraldica über ein umfangreiches Archiv und haben Zugriff auf alle gängigen Datenbanken mit Familienwappen. Dies ermöglicht uns den Abgleich mit einer größtmöglichen Zahl an Wappen. Den Grundstein dafür hat unser langjähriger wissenschaftlicher Leiter Dr. Ottfried Neubecker schon vor vielen Jahren mit seiner Wappenbilderregistratur gelegt. Ein Teil davon hat auch Niederschlag in Neubeckers Großem Wappenbilder Lexikon gefunden. Darin sind ca. 20.000 Familienwappen sortiert nach Wappenbildern veröffentlicht.
Wappenbilderregistratur von Pro Heraldica
Im unten stehenden Video zeigt unser Geschäftsführer Harald Heimbach die gesamte Systematik, mit der wir bei Pro Heraldica heute arbeiten. Diese wird zum einen angewendet, wenn wir Wappen zugesendet bekommen, zu denen keine Namen hinterlegt sind. Hier können wir den zugehörigen Namen über die Bilderregistratur finden. Außerdem arbeiten wir natürlich damit, wenn wir ein neues Wappen erstellen, um sicherzugehen, das bestimmte Symbol- und Farbkombinationen nicht mehrfach vorkommen.
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Nationale und internationale Registrierung
Ein Familienwappen ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Jedes Wappen darf es daher nur einmal geben. Wir haben Zugriff auf alle gängigen Datenbanken und garantieren die Einmaligkeit der bei uns registrierten Wappen. Und genau deshalb ist es auch wichtig, ein bestehendes Wappen in einer Wappenrolle registrieren zu lassen. Denn nur so ist gewährleistet, dass dieses bei einer Einmaligkeitsprüfung auch gefunden wird. Diese Bekanntmachung sichert die Rechte gegen Dritte. Die Allgemeine Deutsche Wappenrolle wird aus diesem Grund in allen großen Deutschen Archiven einsehbar. Durch eine internationale Registrierung im Eherold erreichen sie sogar weltweiten Rechtsschutz.
Im Wandel der Zeit hat sich die Darstellung von Wappen immer wieder verändert. Das Ausschlaggebende für ein Wappen ist die Blasonierung (Wappenbeschreibung in der Fachsprache). Diese legt fest, welche Elemente ein Wappen enthält und wie diese in dem Wappen angeordnet sind (Helmzier und Schildinhalt). Bei der grafischen Darstellung eines Wappens muss ein Künstler beachten, dass die Elemente der Helmzier und des Schildes korrekt dargestellt und angeordnet sind.
Die Gestaltung der Helmdecken, die den schmückenden Rahmen eines Wappens bilden, liegt völlig in der Hand des jeweiligen Künstlers, ebenso wie die grafische Ausgestaltung der einzelnen Elemente. Das bedeutet, der Künstler kann selbst darüber entscheiden, wie er zum Beispiel einen im Wappen enthaltenen Adler darstellt, er muss sich aber strikt daran halten, wo im Wappen sich das Element befindet. In unserem Beispiel ist wunderbar zu erkennen, wie sich der Stil der Darstellung über die Jahrhunderte und in den verschiedenen Epochen verändert hat.
Mit der Veränderung der technischen Gegebenheiten haben sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, Wappen in gedruckten Werken möglichst originalgetreu darzustellen. Während in frühen Werken der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle beispielsweise die Farbe Gold erst nur eine Schraffur und später als einfaches Gelb dargestellt war, können wir die Farbe Gold inzwischen in einem Ton abbilden, der viel eindeutiger als solches erkennbar ist, auch wenn es sich hier um eine sogenannte Pseudofarbe handelt. Ein Druck mit echter Goldfarbe ist zwar möglich, aber extrem aufwändig und damit auch sehr teuer.
Dass wir uns alle Mühe geben, stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein in Bezug auf die Wappendarstellung, zeigt sich vor allem in der Entwicklung der Allgemeinen Deutsche Wappenrolle (ADW). Seit dem Erscheinen der ersten Ausgabe im Jahr 1978 haben wir die Präsentation der Wappen kontinuierlich verbessert.
In den ersten Ausgaben der ADW (Allgemeine Deutsche Wappenrolle) wurden die Wappen noch größtenteils in schwarz/weiß mit Schraffuren dargestellt. Seitdem hat sich einiges getan.
In der Folge sind wir dazu übergegangen, die Farben als Sonderfarben zu drucken. Dabei wurde für die Farbe Gold in der Darstellung ein Gelb verwendet und für die Wappenfarbe Silber verwendete man weiß.
In der Weiterentwicklung wurden statt den Sonderfarben sogenannte Prozessfarben verwendet. Diese ergeben sich, wenn beim vierfarbigen Druck mehrere Farben gleichzeitig gedruckt werden. Eine Prozessfarbe setzt sich aus verschiedenen Anteilen Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammen.
Doch auch weiterhin haben wir nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Wappen noch plastischer erscheinen zu lassen. Vor einigen Jahren haben wir in der Gestaltung eine entscheidende Weiterentwicklung geschaffen. Wir versehen seitdem die ohnehin schon hochwertigen Wappenzeichungen mit Schattierungen und erzielen so ein plastischeres Erscheinungsbild. So kommen die Farben und Formen besonders schön zur Geltung.
Die Resonanz zu dieser Neuentwicklung war zu unserer großen Freude von Anfang an überwältigend.
Unsere Heraldiker arbeiten auch weiterhin daran, das Wappen als Symbol der Familie und der Familientradition immer nach den neuesten technischen Möglichkeiten und zeitgemäß zu präsentieren.
PRO HERALDICA
Deutsche Forschungsgesellschaft für Heraldik und Genealogie mbH
Julius-Hölder-Str. 45
D-70597 Stuttgart
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