Die Erforschung der eigenen Familiengeschichte während des Zweiten Weltkriegs ist eine Reise in die Vergangenheit, die oft bewegende und stolze Momente bereithält. Doch manchmal führt diese Spurensuche auch zu unbequemen Wahrheiten und Fragen, die wir uns stellen müssen. Was, wenn ein Familienmitglied in dieser dunklen Zeit selbst Täter oder Mitläufer war? Die Auseinandersetzung mit solchen Möglichkeiten ist ein wichtiger, wenn auch schwieriger Teil einer ehrlichen genealogischen Forschung.
Warum sollten wir uns auch mit schwierigen Wahrheiten auseinandersetzen?
Der Zweite Weltkrieg war eine Zeit, in der Menschen vor extreme Entscheidungen gestellt wurden und in der die Grenzen zwischen Gut und Böse oft verschwammen. Die Geschichte unserer Familienmitglieder in dieser Zeit ist ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft und ihrer Herausforderungen. Das Wissen um die gesamte Bandbreite der Erfahrungen – von Widerstand und Leid bis hin zu möglicher Beteiligung an Unrecht – ist entscheidend für ein vollständiges Verständnis unserer Herkunft und der historischen Kontexte, die unsere Familien geprägt haben. Das Ignorieren oder Beschönigen von unliebsamen Fakten hilft uns nicht, die Vergangenheit zu verstehen, sondern schafft Lücken in unserem Wissen und kann die Aufarbeitung erschweren.
Wo fängt man an, wenn man mit solchen Fragen konfrontiert ist?
- Offenheit und Bereitschaft zur Annahme: Seien Sie innerlich bereit, auch mit Ergebnissen konfrontiert zu werden, die Ihren Erwartungen oder Ihrem Familienbild widersprechen. Eine vorurteilsfreie Herangehensweise ist hier besonders wichtig.
- Gründliche Dokumentenanalyse: Suchen Sie gezielt nach Dokumenten, die Aufschluss über die politische oder militärische Aktivität Ihrer Vorfahren geben könnten. Mitgliedschaften in Organisationen, politische Äußerungen in Briefen oder Tagebüchern, militärische Laufbahnen – all dies kann Hinweise liefern. Archive und spezielle Datenbanken, die sich mit der NS-Zeit beschäftigen, können hier wertvolle Quellen sein.
- Historischer Kontext: Versuchen Sie immer, die Handlungen Ihrer Vorfahren im historischen Kontext der damaligen Zeit zu verstehen. Dies bedeutet nicht, Taten zu entschuldigen, sondern die Umstände zu beleuchten, unter denen Entscheidungen getroffen wurden.
- Professionelle Unterstützung: Wenn Sie auf komplexe oder potenziell belastende Informationen stoßen, kann die Konsultation von Historikern oder erfahrenen Genealogen hilfreich sein. Sie können Ihnen helfen, Dokumente richtig zu interpretieren und die Ergebnisse in einen größeren historischen Rahmen einzuordnen.
Was können Sie finden?
- Mitgliedschaften: War Ihr Familienmitglied Mitglied der NSDAP oder anderer nationalsozialistischer Organisationen?
- Positionen und Funktionen: Hatte Ihr Vorfahre eine Funktion innerhalb des NS-Apparates inne?
- Beteiligung an Verbrechen: Gibt es Hinweise auf eine direkte oder indirekte Beteiligung an Kriegsverbrechen oder Verfolgung?
- Propaganda und Ideologie: Gibt es Dokumente, die auf eine aktive Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda oder Ideologie hindeuten?
Wie können wir Ihnen bei dieser anspruchsvollen Forschung helfen?
Bei Pro Heraldica sind wir uns bewusst, dass die Familiengeschichte im Zweiten Weltkrieg vielschichtig ist und auch dunkle Kapitel enthalten kann. Unsere erfahrenen Genealogen sind darauf vorbereitet, Sie auch bei der Erforschung potenziell schwieriger Aspekte Ihrer Familiengeschichte zu unterstützen. Mit Zugang zu Archiven, die auch Dokumente aus der NS-Zeit umfassen, und der nötigen Expertise helfen wir Ihnen, die Fakten ans Licht zu bringen und ein möglichst vollständiges Bild der Vergangenheit zu zeichnen – immer mit dem nötigen Respekt vor den historischen Tatsachen und den damit verbundenen Emotionen.
Beginnen Sie Ihre ehrliche Spurensuche mit uns. Kontaktieren Sie uns noch heute.
Fazit
Die Familiengeschichte im Zweiten Weltkrieg zu erforschen bedeutet, sich der gesamten Wahrheit zu stellen – auch wenn sie schmerzhaft ist. Eine offene und gründliche genealogische Forschung, die auch die Möglichkeit der Beteiligung an Unrecht nicht scheut, ist essenziell für ein tiefes Verständnis unserer Herkunft und der komplexen Geschichte dieser Zeit.


Kennen Sie das auch? Sie halten ein altes Foto in den Händen, auf denen z.B. Ihr Großvater mit anderen Personen zu sehen ist. Sie haben aber keine Ahnung, wann dieses Foto aufgenommen wurde oder wer die anderen Personen sind. Machen Sie es Ihren Nachfahren leichter: Beschriften Sie jedes Foto, das sie aufnehmen. Fügen Sie Namen, Datum und Ort oder evtl. andere wichtige Informationen hinzu. Wenn Sie dies nicht tun, vergessen Sie vielleicht die Details und zukünftige Generationen werden diese niemals erfahren. Was bereits bestehende Familienfotos betrifft: Fragen Sie noch lebende Angehörige, wer auf den Fotos abgebildet ist und notieren Sie dies (siehe Punkt 6!).
Vom 15. August bis 19. August 2022 wird der 35. Weltkongress für Heraldik und Genealogie in Cambridge stattfinden. Der Kongress, der alle 2 Jahre an wechselnden Orten ausgetragen wird, wurde im Jahr 2010 von Pro Heraldica in Stuttgart ausgerichtet.

