Weltfrauentag 2023
Heute ist Weltfrauentag. Viele Dinge, die für Frauen in Deutschland heute selbstverständlich sind, waren nicht immer so. Heute dürfen Frauen wählen, wir dürfen selbst darüber entscheiden, welchen Beruf wir ausüben wollen und Frauen dürfen in der Männerdomäne Bundeswehr eine Offizierslaufbahn einschlagen.
Seit dem 19.03.1911, als erstmals der Weltfrauentag gefeiert wurde, hat sich also einiges verändert und die Rechte der Frau in der Gesellschaft wurden immer weiter gestärkt.
In Deutschland ist der Internationale Frauentag zumindest in Berlin ein gesetzlicher Feiertag. Eine breite Mehrheit der Berliner Grünen votierte auf einem Parteitag dafür und machte damit im Jahr 2019 endgültig den Weg frei für den zehnten Feiertag in der Bundeshauptstadt. In Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung Ende 2021 entschieden, dass der 8. März ab 2023 ein Feiertag werden soll. In allen anderen Bundesländern ist der 8. März kein Feiertag.
Die Vereinten Nationen legen für jedes Jahr ein Motto fest, unter dem der Weltfrauentag stattfindet. Das Motto der UN für den Weltfrauentag 2022 lautet „Gender equality today for a sustainable tomorrow“. Dieses steht dafür, den Beitrag von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt anzuerkennen, die für die Eindämmung und die Reaktion auf den Klimawandel führend sind, um eine nachhaltigere Zukunft für alle aufzubauen. Der Fokus in diesem Jahr liegt darauf, die Bedeutung der Bekämpfung von Vorurteilen und Missverständnissen hervorzuheben, um eine integrativere und geschlechtergerechtere Welt zu schaffen.
Entstehung Weltfrauentag
Der Weltfrauentag entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Später wurde er von den Vereinten Nationen zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden gemacht.
In anderen Ländern genießt der Weltfrauentag teilweise einen sehr hohen Stellenwert. So ist der 8. März in Russland ein Nationalfeiertag. Fällt der 8. März auf einen Samstag oder Sonntag, so ist der darauf folgende Montag arbeitsfrei. An diesem Tag werden die Frauen von ihren Männern und Kindern verwöhnt. In China ist zumindest der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei. In Italien erhalten Frauen am Weltfrauentag eine gelbe Mimose. Diese steht als Symbol für die Widerstandskämpferinnen während der faschistischen Herrschaft.
Das Wappenrecht und die Frauen
Auch im Wappenrecht hat sich seit der Einführung des Weltfrauentags einiges zu Gunsten der Frauen verändert:
Bis zur Änderung des Namensrechts zum 1.7.1976 verliefen Führungsrecht des Wappens und Namensrecht analog. Der Familienname konnte wie das Wappen nur in männlicher Deszendenz weitergegeben werden. Bei der Führung historischer Wappen müssen die bis dahin gepflogenen Richtlinien weiterhin beachtet werden. Die Führung eines solchen ist nur möglich, wenn ein genealogischer Anschluss an die wappenführende Familie in direkter und ununterbrochener männlicher Abfolge dokumentiert ist.
Neufassung des Namensrechts
Wappen beim Namen, Name beim Wappen. So heißt der wichtigste heraldische Grundsatz.
Nach der Neufassung des Namensrechts 1976 und seiner Novellierung 1994 ist es folgerichtig, die neuen Regeln auch auf die Führungsberechtigung von Familienwappen zu übertragen.
Eine einheitliche Auffassung über die Vererbbarkeit der Führungsberechtigung über Frauen hat sich noch nicht allgemein durchsetzen können.
Pro Heraldica, der Wappen-Herold sowie einige nationale Vereine und ein Großteil der internationalen Institutionen vertreten die Ansicht, daß eine fast 1000-jährige Tradition wie die Heraldik durchaus in der Lage ist, gesellschaftliche Prozesse abzubilden.
Das bedeutet heute im Klartext: Wappen können auch über Frauen vererbt werden. Wenn: Wappen beim Name und Name beim Wappen.
Wendet man diesen Grundsatz auf die vielen Möglichkeiten der Namensgestaltung an, ist die Frage der Wappenvererbung gar nicht mehr so kompliziert.
Und so haben die Frauenrechte, die am heutigen Weltfrauentag gefeiert werden, auch einen ausgesprochenen Vorteil für Männer: Sie können nämlich in eine wappenführende Familie
einheiraten. Das konnten vor 1976 nur Frauen.
Das Damenwappen
Zum Weltfrauentag möchten wir ein paar Damenwappen vorzustellen. Diese unterscheiden sich schon in ihrer Form vom traditionellen Herrenwappen, denn sie haben nicht die traditionelle Schildform. Die häufigsten Schildformen bei Damenwappen sind die spitz-ovale Form und die Rautenform. Außerdem gibt es bei den Damenwappen keinen Helm. Die Begründung liegt nahe. Denn Frauen zogen üblicherweise nicht in den Krieg.
Frauenwappen konnte man bereits im 12. Jahrhundert finden. Entweder führten die Frauen das väterliche Wappen oder das des Ehemannes. Aber auch eine Kombination vom Wappen des Vaters mit dem der Mutter war üblich. Dass ledige Frauen ein Wappen führten, war eher selten, außer die Damen waren höhergestellt. Ab dem 16. Jahrhundert führten auch ledige Frauen ein Wappen.
Und wer ein Damenwappen führt, ist in bester Gesellschaft. Auch Kate Middleton führte eines, bevor sie Prinz William ehelichte. Mehr darüber in unserem Blogbeitrag „Das Wappen von Kate Middleton„.
In diesem Sinne wünschen wir allen Frauen heute alles Gute zum Weltfrauentag. Lassen Sie sich verwöhnen!
Das Damenwappen von Kate Middleton vor ihrer Hochzeit mit Prinz William
Gravurzeichnung eines Damenwappen
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