Die Arbeit unserer Ahnenforscher
Immer wieder lesen Sie an dieser Stelle Beiträge über unsere Forschungen. Aber wer sind eigentlich die Menschen, die diese machen und wie läuft eine Familienforschung ab im Hause Pro Heraldica? Was treibt unsere Ahnenforscher an? Man könnte es vereinfacht so ausdrücken: Sie haben Spaß daran, herauszufinden, was ihre Familie zu dem gemacht hat was sie heute ist.
Genealogen-Alltag
Aber wie kann man sich die Arbeit eines Genealogen vorstellen? Vielleicht ein bisschen wie Puzzlen? Oder ist es eher Detektivarbeit? Oder eine Mischung aus beidem? Welche Fähigkeiten braucht eine Person, um den Beruf AhnenforscherIn ausüben zu können und wie sieht die Arbeit eines Genealogen aus? Ich habe mit den Kollegen in unserer genealogischen Abteilung darüber gesprochen.
Auf die Frage nach den typischen Eigenschaften eines Genealogen habe ich folgende Antwort erhalten: Neugier, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten, autodidaktische Fähigkeiten im Lesen von Schriften oder Sprachen sollte jemand mitbringen, der in diesem Bereich arbeiten möchte.
Alles muss belegbar sein
Und so läuft eine Familienforschung bei uns ab:
Nach Erhalt eines neuen Forschungsauftrags sichten unsere Genealogen im Haus zu allererst die vom Kunden gesammelten Materialien. Hierbei handelt es sich meist um Daten, Urkunden, handschriftliche Aufzeichnungen, Fotos und Ahnentafeln. Also alles, was der Kunde bisher selbst erforscht und zusammengetragen hat. Was unsere Genealogen immer wieder betonen, ist eine Sache: Alle vorhandenen Daten sollten belegbar sein. Denn nur dann ist gewährleistet, dass die Forschung nicht in die falsche Richtung geht. Denn es wäre doch sehr unerfreulich, wenn sich herausstellt, dass ein vermeintlicher Verwandter tatsächlich gar keiner ist. Deshalb legen wir, insbesondere wenn die Daten aus Onlinequellen stammen, größten Wert darauf, dass die dort aufgefundenen Daten auch nachvollziehbar sind.
Anschließend fassen unsere Forscher diese Daten nach dem Kekule-System zusammen. Ist diese Arbeit gemacht, markieren sie die Herkunftsorte der Vorfahren auf Landkarten. Diese Arbeit gestaltet sich insbesondere in Regionen wie Osteuropa oft sehr schwierig. Denn viele Ortsnamen haben sich dort im Laufe der Jahre verändert. In diesem Fall muss erst einmal recherchiert werden, wie der Ort heute heißt und wo er sich befindet. Und auch wenn wir denken, dass unsere Vorfahren bestimmt nicht so mobil waren, werden wir in unseren Forschungen sehr oft vom Gegenteil überzeugt und finden weit verstreute Wohnorte innerhalb einer Familie.
Genealogen mit Ortskenntnissen
Sind die Orte einmal bestimmt, machen sich unsere Ahnenforscher auf die Suche nach den passenden Genealogen aus unserem weitreichenden Netzwerk, der mit der jeweiligen Region vertraut ist. Dieser erhält alle notwendigen Informationen und Daten und kann jetzt mit der Archivforschung an den Originalquellen beginnen.
Die Zusammenarbeit mit Forschern, die in den entsprechenden Regionen ansässig sind, hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen kennen sich diese dort bestens aus und zum anderen haben sie meist auch viel Material bei sich zu Hause, das bei der Forschung hilfreich ist. Außerdem haben Sie bereits Kontakte zu den Archiven vor Ort und kennen Zusammenhänge und Ortsgeschichte, was die Forschung wesentlich erleichtert und zudem viel Zeit spart.
Wenn der Genealoge mit seiner Arbeit fertig ist, erhalten wir die Ergebnisse und bereiten diese bei uns im Haus auf. Unsere Kollegen aus der Genealogie erstellen einen Zwischenbericht, der dem Kunden vorgestellt wird. Anhand dieses Zwischenberichts entscheidet der Kunde, ob die Forschung noch weiter fortgeführt werden soll. Ebenfalls trifft er an dieser Stelle die Entscheidung darüber, welche der vorhandenen Linien für ihn besonders interessant erscheinen. Von unseren Forschern bekommt er Vorschläge für die weitere Erforschung. Welche Linien die vielversprechendsten sind, hängt einerseits von der Datenlage ab oder aber auch vom Kundenwunsch, wenn er einen bestimmten Zweig der Familiengeschichte näher beleuchtet haben möchte.
Besondere Forschungen
Als letztes wollte ich noch wissen, welche Forschung unsere Forscherin, die ich hierzu befragt habe, am meisten berührt hat. Es war die Forschung eines Kunden, bei der wir in der Familiengeschrichte eine Verurteilung wegen versuchtem Giftmord, zum anderen die Abstammung von Karl dem Großen nachweisen konnten. Und außerdem ist unser Auftraggeber seit einigen Jahren im Besitz einer Burg in der Eifel, die einst nach einer Ahnin benannt wurde (Hier gehts zum Blogbeitrag über diese Forschung: Genealogische Sensation bei Pro Heraldica – Familiengeschichte bis zu Karl dem Großen zurückverfolgt).

