Die Ahnentafel L. konnte dank außergewöhnlich guter Quellenlage ca. 600 Jahre bis in das Jahr 1380 zurückgeführt werden. Sie umfaßt etwa 1.500 Personen in 20 (!) Generationen.
Das Quellenstudium förderte in einigen Linien große Überraschungen zutage: So etwa die Linie Schwarzerd, die als Höhepunkt und Gipfel der Ahnentafel L. betrachtet werden darf – dies aufgrund der Stellung der Familie Schwarzerd in der deutschen Geschichte. Erst in seiner gräzisierten, ins Griechische übersetzten Form Melanchthon, verrät der Name Schwarzerd seinen bekanntesten Vertreter: Philipp Melanchthon, geboren 1497 in Bretten, gestorben 1560 und beigesetzt in der Wittenberger Schlosskirche. Er war ein Bruder des Ahnen Nr. 49.294 in der Ahnentafel L. Martin Luther war 1518 sehr beeindruckt von Melanchthons Antrittsvorlesung und machte den neuen Kollegen wenig später zu seinem Stellvertreter. Aus dem Humanisten wurde der begabte Theologe, Reformator und Kirchenmann Melanchthon. Gemeinsam mit Luther, zu dessen scharfsinnigem Mitstreiter er wurde, begründete er eine wissenschaftliche Theologie im deutschen Sprachraum, die in ihren Wirkungen jedoch weit darüber hinaus reichte. Er schuf die Vorbereitungen für die grundlegenden Artikel der protestantischen Lehre, die zum Kompendium lutherischer Auffassung wurden. Sie haben Jahrhunderte lang die evangelische Theologie geprägt.
Des weiteren führen in der Ahnentafel L. Nachkommen der Linie V. zu den großen Dichtern Friedrich Hölderlin (1770-1843), Ludwig Uhland (1787-1862) und Eduard Mörike (1804-1875) sowie zu dem bekannten Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling (1775-1854).
Einige Frauen aus der Linie N. übten im 17. Jahrhundert den Beruf der Hebamme aus, der einzige Beruf, der Frauen damals offen stand. Ganz ungefährlich war diese Tätigkeit nicht: Den frühen Hebammen war gemein, dass sie in jener Zeit immer auch in den Verdacht gerieten, mit dunklen Mächten im Bund zu stehen. In den Dörfern des 17. Jahrhunderts, als vielfach der Aberglaube noch längst nicht überwunden war, hatten sich heilkundige Hebammen, die von Berufs wegen (enger noch als die Pfarrer) mit Leben und Tod zu tun hatten, gegen den Vorwurf des Teufelspaktes zu wehren. Unter den Frauen, die Opfer der sogenannten Hexenverfolgungen in der Zeit vom Hochmittelalter bis in das 18. Jahrhundert hinein wurden, waren überdurchschnittlich viele, die den Beruf der Hebamme ausgeübt hatten. Da sich bei ihnen Kenntnisse der Kräuterheilkunde mit allerlei magischem Wissen mischten, waren sie der Zauberei verdächtig. Der spektakulärste Prozess in Württemberg wurde 1621 in Weil der Stadt bei Stuttgart gegen Katharina, Mutter des Astronomen Johannes Kepler, geführt.
Weiterhin belegt die Linie N. in der Ahnentafel L., dass nicht nur in der revolutionären 68er Generation ein lockerer Lebenswandel gepflegt wurde. So finden wir 1669 bei der Heirat einer Vorfahrin in den Kirchenbüchern von Laichingen bei Ulm den Vermerk aus der Ulmer Herrschaft vertrieben wegen begangener Hurerey. Vielen Landesfürsten, für die Thron und Altar, Politik und Religion noch die beiden Seiten des Regierungsgeschäfts darstellten, war die Ordnung nach den verheerenden Jahren des Dreißigjährigen Krieges ein ernstes Anliegen; zu deren Aufrechterhaltung griffen sie zu drakonischen Maßnahmen wie Ausweisung oder Abschiebung aus dem Territorium – hier aus dem Gebiet der katholisch verbliebenen freien Reichsstadt Ulm. Dies war ein probates Mittel, um Übeltäter ein für allemal loszuwerden. Und als „Hurerei“ galt der Obrigkeit damals übrigens alles, was Mann und Frau ohne Trauschein miteinander anstellten.

Im Verlauf der weiterhin extrem aufwendigen und komplizierten Forschung ? es wurden sehr, sehr viele Meter Akten gew?lzt, die zun?chst ?berhaupt nirgends bekannt waren ? ergab sich, da? der dreifache und der vierfache Urgro?vater des Probanden Leibj?ger seiner K?niglichen Hoheit Prinz Friedrich Wilhelm von Preu?en waren (sp?terer K?nig Friedrich Wilhelm II. von Preu?en). Der Leibj?ger geh?rte zum Hofstaat und kannte somit die Prinzen, K?nige und den Adel aus n?chster N?he. Er begleitete den Prinzen und dessen G?ste auf der Jagd und versorgte dessen K?che mit Wild, Hasen, V?geln etc. Als Hofj?ger organisierte er u.a. die Hofjagden des Prinzen. Der vierfache Urgro?vater war au?erdem erster B?chsenspanner (rangh?chster J?ger des Preu?ischen Prinzenhofes) seiner K?niglichen Hoheit des Prinz von Preu?en. Das hei?t, er reichte dem Prinzen die geladene Waffe, pr?fte das Nachladen oder lud selbst, damit keine Unf?lle passierten. Es handelte sich daher um eine absolute Vertrauensstellung am Preu?ischen Prinzenhof! Er war verantwortlich f?r die richtige Dosierung des Schie?pulvers und f?r die saubere Waffe, damit dem Sch?tzen (hier dem Prinzen) ?nichts ins Auge ging? bzw. Verletzungen ausgeschlossen wurden.
Heute muss man diese altertümliche Sprache schon übersetzen, zumindest aber sehr genau lesen, um den Sinn hinter einem solchen Dokument zu erkennen (kennt man das nicht auch heute noch, wenn „der Amtsschimmel wiehert“). Also, worum handelte es sich in der Angelegenheit Johann Friedrich D?pling?
Die Galiot, welche J?rgen Wulff fuhr, war f?r die damalige Zeit ein hoch modernes Frachtschiff, das im 17. Jahrhundert eigentlich f?r die Nordsee- und K?stenfahrt entwickelt worden war. Es stammte aus den Niederlanden und hatte anderthalb Masten, vor allem mit Gaffelsegel zu bespannen. Der vorne gerundete und achtern steil ansteigende Schiffsrumpf ma? zwischen 18 und 30 m L?nge und 4 bis 7,5 m Breite, war aber unter Wasser str?mungsg?nstig schlank gebaut. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war dieser Schiffstyp in Norddeutschland am gebr?uchlichsten und wurde auch f?r Fahrten bis nach Nord- und S?damerika, um Afrika herum nach Ostindien und zur Wal- und Robbenjagd, ja sogar als kanonenbest?cktes Kriegsschiff eingesetzt.