Video: Ahnenforschung als Beruf(ung)
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Mehr InformationenImmer wieder werde ich gefragt: Herr Heimbach, Sie haben so einen interessanten, so einen spannenden Beruf. Wie kommt man auf so einen Beruf? Das ist in meinem Fall einfach zu erklären.
Ich möchte einfach auch für Sie mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Ich habe was Vernünftiges gelernt und studiert. Ich habe in Esslingen Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Schon während meines Studiums habe ich, neugierig wie ich bin, in der Familie angefangen nachzufragen: Wo kommen wir denn her, was haben unsere Vorfahren gemacht? Und wie in vielen anderen Familien, habe ich relativ wenige Antworten bekommen.
Das war so ein bisschen ein Problem der Generation, die die Kriegs- und Nachkriegszeit noch erlebt hat. In dieser Generation wurde viel verdrängt, wenig verarbeitet, verständlicherweise aber dann auch wenig kommuniziert. Aber ich habe dann glücklicherweise über einen Ahnenpass eines Onkels den Einstieg in meine Familienforschung gefunden und habe selbst versucht, mich in den Archiven durchzuschlagen. Da ich kein Lateiner bin und meine Vorfahren im katholischen Ehingen an der Donau ansässig waren, kam ich aber relativ schnell an meine Grenzen.
Ich habe nach Spezialisten gesucht und habe diese dann auch bei Pro Heraldica gefunden. Und dann auch von den Spezialisten von Pro Heraldica meine Familiengeschichte recherchieren lassen. Das ganze war Anfang der Neunziger. Ich habe dann auch eine umfangreiche Chronik geschrieben und auch schreiben lassen, das Ganze dann auch im Zuge eines Familientreffens der Familie vorgestellt.
Die waren natürlich begeistert, dass einer so eine professionelle Arbeit macht. Meine ganze Familie hat inzwischen die Chroniken. Mittlerweile ist das Ganze auch visualisiert in Form eines Stammbaums.
Da wir kein historisches Familienwappen hatten, habe ich diese Tradition begründet. Das hat einen riesigen Anklang in der ganzen Familie gefunden. Alle sind begeistert. Jeder trägt mittlerweile seinen Siegelring, die Wappen sind an den Häusern, die Wappen selbstverständlich ordentlich registriert.
Und so bin ich zu meiner Arbeit gekommen und als ich mein Studium beendet hatte, war ich erst mal drei Monate in der Welt unterwegs, habe ein Jobangebot auch von Thyssen bekommen, wo ich damals meine Diplomarbeit geschrieben habe und von ein paar anderen Unternehmen auch noch.
Der damalige Geschäftsführer von Pro Heraldica hat mir eine Stelle als Assistent der Geschäftsleitung angeboten. Weil ich Geschichte spannend finde und auch das Thema bei Pro Heraldica und auch die Kunden super interessant finde, habe ich die Stelle im Jahr 1990 angenommen und mache es mittlerweile seit über 30 Jahren mit ganz großer Begeisterung und mit großer Überzeugung und auch mit viel Herzblut. Und auch meine Geschichte, meine eigene Forschung hat sich im Laufe der Jahre tatsächlich auch weiterentwickelt. Ich bin jetzt gerade dabei eine zweite Auflage meiner Familienchronik zu erstellen.
Denn der Stammbaum, den man hier hinten an der Wand sieht, ist eine relativ patriarchale Betrachtung der Familiengeschichte, weil er einfach nur meinen Namensstamm wiedergibt. Hauptbezugsperson in meiner Familie in meinem heranwachsen war für mich meine Großmutter mütterlicherseits. Und die stellt unglücklicherweise auf meinem Stammbaum nicht mal drauf. Insofern habe ich jetzt vor ein paar Jahren auch begonnen, meine Familiengeschichte in der Breite einer Ahnentafel auch mit allen mütterlichen Linien recherchieren zu lassen in Referenz an meine 1899 geborene Großmutter. Diese ist jetzt noch im Bearbeitungsstatus. Es gibt also noch keine fertige Chronik und auch noch keine fertig gezeichnete Ahnentafel. Aber man sieht hier schon an dieser Skizze: Bis zur achten Generation konnten wir weitestgehend alle meine vorfahren väterlicher- und mütterlicherseits entsprechend recherchieren, mit vielen interessanten und auch kuriosen Geschichten, die ich jetzt für die nachkommenden Generationen auch noch zu Papier bringen lassen werde.
Das ist so ein bisschen mein Weg zu dem Thema Familienforschung und zu dem Thema Familienwappen. Und ich werde versuchen, das jetzt auch in den nächsten 30 Jahren noch ganz aktiv voran zu bringen, die ganze Geschichte, weil das, was wir hier bei Pro Heraldica machen, machen wir nicht nur hoch wissenschaftlich, sondern vor allem mit viel Begeisterung mit viel Herzblut und mit viel persönlichem Engagement.
