Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich
Klemens Wenzel Lothar von Metternich war der wohl bekannteste Vertreter des weit verzweigten Adelsgeschlechts aus dem Rheinland. Klemens Wenzel (oder Clemens Wenceslaus) Lothar (eigtl. Clemens Wenceslaus Nepomuk Lothar) Graf (seit 1813 Fürst) von Metternich-Winneburg zu Beilstein wurde am 15. Mai 1773 in Koblenz geboren und starb am 11. Juni 1859 in Wien.
Das Leben von Klemens Wenzel Lothar von Metternich
30 Jahre lang war er der mächtigste konservative Politiker Europas. Er studierte Rechts-und Staatswissenschaften in Straßburg und Mainz. 1795 heiratete er die Enkelin des ehemaligen Staatskanzlers Kaunitz und erhielt dadurch Zugang zu den höchsten Kreisen in Wien. Er wurde kaiserlicher Gesandter in Dresden, Berlin und ab 1806 Botschafter in Paris. 1809 wurde von Metternich Außenminister im Kaisertum Österreich. Er unterstützte die Heirat Napoleons I. mit der Kaisertochter Marie Louise 1810. 1813 schloss er sich zögernd der Allianz von Preußen, Russland und England an. Durch seine führende Rolle auf dem Wiener Kongress (1814/1815) wurde er einer der wichtigsten Staatsmänner Europas. Er war maßgeblich beteiligt bei der politischen und soziale Neuordnung Europas im Sinne eines gleichgewichts der Mächte. In der Zeit danach wurde er der Hauptträger der Restauration. 1821-1848 war er Hof- und Staatskanzler und setzte sich für die Erhaltung des Legitimitätsprinzips. Dabei kämpfte er gegen liberale und national-revolutionäre Bestrebungen. Er schuf das “Metternichsche System”, das auf militärische Intervention und Polizeigewalt gegründet war, und sorgte damit für Stabilität.1848 wurde er von den liberalen Kräften aus Wien verjagt. Nach seiner Rückkehr 1851 hatte er jedoch keinen Einfluss mehr. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Klemens_Wenzel_Lothar_von_Metternich)
Das Wappen von Metternich
Blasonierung: Das Stammwappen zeigt in Silber drei (2:1) schwarze Muscheln. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein silberner Schwanenhals.


Das von Metternich Wappen in Siebmachers Wappenbuch
Update 16.Mai 2013:
Auf unserer Facebookseite erreichten uns folgende Fragen zu unserem Blogposting:
Welche Bedeutung haben die Farben, die Heroldsbilder, die helmzier? Wie veränderte sich das Wappen bis zum heutigen Zustand?
Hier die Antwort von Dr. Rolf Sutter:
Bei sehr alten historischen Wappen gibt es kaum Informationen zu den Umständen ihrer Entstehung. Dokumentationen wurden in der Regel erst erstellt, wenn beispielsweise eine uradelige Familie in einen höheren Adelsstand erhoben wurde. Wobei in den hierzu erstellten Urkunden ebenfalls meist nur die Inhalte der Wappen beschrieben, aber nicht gedeutet wurden.
So bleibt bei den Stammwappen der Familien meist nur die Spekulation übrig. Ausnahmen bilden die Wappen, welche Figuren oder Elemente enthalten, die einen sogenannten redenden Charakter haben, also die Bedeutung des Familiennamens ganz oder teilweise in ein heraldisches Bild umsetzen (z.B. von Wolffersdorf: ein Wolf)
Warum die Metternich drei Pilger- bzw. Jakobsmuscheln im Schild führen, geben die Quellen nicht preis. Man vermutet aber, daß der Ursprung der Familie in einem Gebiet (um Euskirchen) liegt, in dem Muscheln in der Zeit vor 1400 mehrfach in Wappen vorkommen.
Die Pilgermuschel war im Hochmittelalter ein sehr beliebtes christliches Symbol und als Attribut des heiligen Jakob bekannt, der selbst außerordentlich populär war, wie man an der Häufigkeit erkennen kann, mit der sein Name als Vor- und Familienname auftritt.
Der Schwan war von jeher Symbol für Stolz, Schönheit und Anmut aber auch für Wehrhaftigkeit und Angriffslust. Wegen seines weißen Gefieders schreibt man ihm auch Reinheit und Tugendhaftigkeit zu.
Übrigens versteht man in der Heraldik unter Heroldsbilder keine sogenannten „gemeinen Figuren“ wie Pilgermuscheln, sondern Schildbilder, die durch geometrische Gestaltungen (Teilungen) entstanden sind.
Wappen waren im Laufe ihrer Geschichte immer Wandlungen unterworfen und spiegeln häufig den Stil der jeweiligen kunsthistorischen Epoche wider, in denen sie neu gezeichnet und/oder gemalt wurden. Wenn sie dabei inhaltlich nicht verändert wurden, blieben sie trotz veränderter äußerer Gestalt immer dieselben Wappen. Allerdings kam es auch vor, daß eine Figur von einem sogenannten „Schilderer“ = Wappenmaler mißverstanden wurde, und z.B. ein Fuchs plötzlich zu einem Wolf mutierte.
Welche Spielarten des Metternich’schen Wappens existieren, kann vermutlich nur ein Besuch im Archiv der Fürsten von Metternich zeigen.
