Hendrik van den Bergh
Als gebürtiger ’s-Heerenberger und seit 18.12.2012 Ritter von Schloss Huis Bergh (eine Art Botschafter/Sponsor vom Schloss) bin ich natürlich sehr interessiert an der Geschichte vom schönen Schloss Huis Bergh und seiner Bewohner, deshalb schreibe ich gerne hin und wieder einen kleinen Beitrag darüber. Heute über einen der bekanntesten Grafen von Huis Bergh: Heinrich von dem Bergh, oder Hendrik van den Bergh auf Niederländisch.
Hendrik van den Bergh war der achte Sohn von Graf Willem IV. und Maria von Nassau. Er war zu jung, um sich aktiv an der Entscheidung seines Vaters, sich auf die Seite der Spanier zu schlagen, zu beteiligen. Aber er sollte als Feldherr im Dienste der Spanier eine beeindruckende Karriere machen. 1618 trat er in die Fußstapfen seines Bruders Frederik als Statthalter von Spanisch Geldern. Er befehligte die Truppen, die im Winter 1623/24 über die zugefrorene Ijssel in Geldern einfielen und dabei bis Ede vordrangen. 1628 wurde er Kommandant des in den Vereinten Provinzen kämpfenden spanischen Heeres, aber es gelang ihm nicht, 1629 die Belagerung von ’s-Hertogenbosch durch die Truppen Prinz Friedrich Heinrichs aufzubrechen. Hendrik marschierte bis in die Nähe von Amersfoort, aber als die Stadt Wesel – der Nachschubort der spanischen Truppen – durch die niederländische Armee eingenommen wurde, war er gezwungen, sich zurückzuziehen.
Das Scheitern dieses Feldzugs verursachte großen Unmut in den südlichen Niederlanden, und die Erzherzöge dachten darüber nach, welche Maßnahmen zu ergreifen wären. In dieser Zeit nahm Graf Hendrik mit seinem Cousin Friedrich Heinrich von Oranien Kontakt auf, weil er über einen Wechsel auf die Seite der Republik nachdachte, der 1632 in die Tat umgesetzt wurde. Graf Hendrik gewährte Friedrich Heinrich freien Durchmarsch entlang der Maas. Auf diesem Feldzug wurde in nur acht Tagen der größte Teil von Spanisch Geldern – darunter die Städte Venlo, Roermond und zudem Maastricht – erobert.
Graf Hendrik hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Geldern auf. Seine Besitztümer in Roermond hatten Sauvegarde erhalten (d.h. sie wurden vor Plünderungen geschützt). Direkt nach der Eroberung von Roermond gab Graf Hendrik öffentlich bekannt, dass er die spanische Seite verlassen hatte. Graf Hendrik van den Bergh heiratete zweimal, das erste Mal 1612 Margaretha van Witthem, eine Schwester der Ehefrau seines Bruders Herman. Nach Margarethas Tod im Jahre 1627 heiratete er erneut; diesmal die aus Tirol stammende Hieronyma Catharina von Spaur. Nach seinem Übertritt auf die Seite der Republik war er nicht mehr militärisch aktiv. In den letzten Jahren seines Lebens wohnte er abwechselnd in Bergh, Ulft und in Elburg, wo er ein befestigtes Haus besaß. Er starb in Zutphen nach einem Kutschenunfall und wurde als letzter Graf Van den Bergh in der gräflichen Gruft der alten St. Pancratiuskerk, heute die reformierte Kirche von ’s-Heerenberg, beigesetzt.
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