Genealogentag 2019 in Gotha
„Von Gotha aus in die Zukunft der Genealogie“ lautete das Motto des 71. Genealogentages in Gotha, zu dem vom 13. bis 15. September 500 Gäste aus aller Welt kamen.
Der Genealogentag 2019 in Gotha wurde wieder mit einem Vortrag des Oberbürgermeisters, Knut Kreuch, eröffnet. Er stellte uns Persönlichkeiten der Stadt Gotha vor. Diese sind entweder dort geboren, gestorben oder hatten eine zeitlang dort dort gelebt. Unter anderem Barbara Brengbier. Sie war die

Tochter des Bürgermeisters von Gotha, Jobst Brengbier. Um 1512/13 heiratete sie Lucas Cranach den Älteren. Ausserdem war sie zusammen mit ihrem Mann Trauzeugin bei der Hochzeit von Martin Luther und Katharina von Bora. Sie war die einzige Frau unter den Gästen.
Ausserdem wurden noch unter anderem erwähnt: Paul Emil Jacobs (letzter Gothaer Hofmaler), Hannah Höch (Collage-Künstlerin des Dadaismus), Cyriacus Lindemann (Pädagoge), Ludwig Andreas Gotter (Kirchenlieddichter und Jurist), Friederike Bethmann-Unzelmann (Schauspielerin und Sängerin), Wilhelm von Rotberg (Gründer der ersten Porzellanmanufaktur Thüri Gens in Gotha – 1757), Joseph Meyer (Gründer des Bibliographischen Instituts, Herausgeber von Meyers Konversationslexikon), Karl August Friedrich Samwer (Generaldirektor der Gothaer Versicherungen).
Danach sprach noch Dirk Weissleder, Vorsitzender der DAGV, der 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüngen e. V., Christian Kirchner, sowie Vertreter ausländischer Vereine.

Am Samstag Vormittag fand ein Besuch im Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Gotha statt. Dort wurde uns etwas über die Geschichte des Hauses, des Landes und der Archivalien erzählt. Ausserdem wurden wir durch das Archiv geführt und konnten uns einige Archivalien ansehen.
Die Vorträge
Ein Vortrag in der Stadthalle Gotha (Veranstaltungsort) befasste sich mit der Entstehung der Thüringer Auswanderer Datenbank. Der Referent hat uns über die Schwierigkeiten so eines Projektes berichtet. Der Konstrukteur der Brooklyn Bridge war ein Thüringer, genau gesagt, er wurde in Mühlhausen geboren. Allerdings gehörte Mühlhausen damals zu Preußen. Dieser Mann hieß J. A. Röbling. Daran sieht man, wie schwer es ist, so eine Datenbank nach bestimmten Kriterien aufzubauen.
Ein anderer Vortrag befasste sich mit der Genealogie in Frankreich. Hier wurden die Möglichkeiten der Forschung in den Archiven aufgezeigt.

Ein anderer Vortrag beschäftigte sich mit Luise Dorothea Paulina zu Sachsen. Sie war Herzogin von Sachsen, Gräfin von Pölzig und Beiersdorf, geschiedene Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, geborene Prinzessin von Sachsen-Gotha-Altenburg. In diesem Vortrag wurde ihr Lebensweg geschildert, von der Hochzeit, ihrer Scheidung, ihrer zweiten Ehe und ihren Tod. Es wurde auch berichtet, dass ihre beiden Söhne, die sie nach ihrer Verbannung nach St. Wendel (Fürstentum Lichtenberg) und ihrer Scheidung nicht mehr sehen durfte, ihren Leichnam 1846 nach Coburg brachten. Ihre Söhne waren der spätere Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha und Prinz Albert, der Ehemann von Königin Victoria von Großbritannien und Irland.

Gemütliches Beisammensein am Abend
Am Abend fand im Hotel Lindenhof ein gemütliches Beisammensein statt. Hier wurden wieder viele Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft werden. Es gabauch einen kulturellen Teil. Durch diesen führte kein geringerer als der Oberbürgermeister von Gotha, Herr Kreuch. In seiner erfrischenden Art wurden die Beiträge zwischen den einzelnen Darbietungen der Wechmarer Mühlenpfeiffer von so manchem Lacher gekrönt. Und wie es bei Herrn Kreuch nicht anders zu erwarten war, ließ er uns so manches über Gothaer Bürger und Episoden von Ereignissen wissen, die in Gotha erfunden oder gebaut wurden.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Auswanderungen nach Amerika, Brasilien, Kanada und Australien. Mit dieser Problematik beschäftigten sich gleich 3 Vorträge. Einmal ging es um die Suche nach ausgewanderter Verwandtschaft, im anderen Vortrag um Heimatscheine und Endlassungsurkunden im sächsischen Raum, sowie im 3. Vortrag um Transatlantische Korrespondenzen, das heißt, es geht in diesem Projekt um Briefe, die von Auswandern nach Deutschland geschrieben wurden. Das Projekt arbeitet eng mit dem Deutschen Historischen Institut Washington zusammen, wo Briefe liegen, die aus Deutschland gekommen sind. Durch diese Kooperation kann man die Geschichte einiger Familien zusammen führen. Da dies alles in einer Datenbank zusammen gefasst wird, bekommt man auch genealogische Daten, die für manche Forschung interessant sind. Diese Auswandererbriefsammlung, die in Gotha im Staatsarchiv liegen, werden nach und nach öffentlich zugänglich gemacht.

