Das Familienwappen von Anselm Feuerbach
Der Maler Anselm Feuerbach gehört zu den berühmtesten und geschütztesten Malern des 19. Jahrhunderts. Sein Großvater Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach wird als Begründer der modernen deutschen Strafrechtslehre bezeichnet und ist der Schöpfer des bayerischen Strafgesetzbuches von 1813. Bekannt wurde dieser auch als Obervormund und Gönner von Kaspar Hauser, über den er 1832 das Buch „Kaspar Hauser. Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben des Menschen“ veröffentlichte. Er wurde 1808 in Bayern mit dem Titel „Ritter von“ nobilitiert. Das Wappen spielt redend mit zwei Elementen auf den Namen an, nämlich mit dem brennenden Herzen (Feuer) und der silbern-blauen Wellenteilung (= Bach). Ein Oberwappen scheint, wie die heraldische Quellenliteratur vermuten läßt, nicht zu existieren.
Anselm Feuerbach
* 12. September 1829 in Speyer
† 4. Januar 1880 in Venedig
Eltern:
Joseph Anselm Feuerbach
Amalie Feuerbach, geb. Keerl
![Portrait Anselm Feuerbach, Selbstbildnis um 1855 ? Wappenabbildung: Von Friedrich dem Gro?en bis Hindenburg. o.A. o.O. o.J. [Garb?ty. Berlin 1932/1934]](https://pro-heraldica.de/wp-content/uploads/2011/08/portrait-Feuerbach1.jpg)
- 1843 Zeichenunterricht beim Anatomiezeichner der Universität Freiburg.
Sein Zeichenlehrer am Gymnasium spricht ihm jedes Talent ab. - 1845 Reise nach Düsseldorf ohne Schulabschluß. Er wird Schüler Wilhelms von Schadow.
- 1846 Das erste größere Gemälde entsteht: „Flötender Silen“.
- 1849 Eintritt in das Atelier von Karl Rahl in München
- 1850 Besuch der Antwerpener Akademie
- 1851 Studium und Kopieren alter Meister im Louvre in Paris
- 1855 Flucht aus einer Liebesaffäre nach Heidelberg. Reise nach Venedig.
Die ersten bedeutenden Landschaftsstudien entstehen. Syphilitische Infektion.
Quecksilberschlammkur und langwierige Jodkuren. - 1856 Reise nach Padua, Bologna, Florenz und Rom
- 1857 Mitgliedschaft im Deutschen Künstlerverein in Rom
- 1860 Anna Risi, genannt Nanna, wird sein Modell und seine Geliebte. Die Serie der
berühmten Nanna-Bildnisse beginnt. - 1861 Beginn der Arbeiten an „Iphigenie“ und „Gastmahl“
- 1867 Bezug eines großen Ateliers in Rom
- 1870 Ausstellung der „Medea“ in Karlsruhe
- 1872 Reise von Rom nach Heidelberg und von dort nach Wien
- 1874 Ausstellung der „Amazonenschlacht“ und der zweiten Fassung des „Gastmahls“.
Ablehnende Haltung der Kunstkritik, insbesondere zur Amazonenschlacht. - 1876 Lungenentz?ndung. Ein großer Teil seiner „Lebenserinnerungen“ entsteht als
Abrechnung mit seinen Zeitgenossen. - 1880 Feuerbach erliegt vermutlich als Folge einer Syphilis-Infektion in Venedig
einem Herzschlag.
Literatur: Glaser, Hermann/Lindenmann, Rainer/Ackermann, Max (Hrsg.): Die Feuerbachs –
Eine deutsche Familie im 19. Jahrhundert, Gunzenhausen 2006.
