Familiengeschichte macht Kinder selbstbewusster

Wie viel wissen Ihre Kinder über Ihre Familiengeschichte? Unterhalten Sie sich mit Ihnen darüber, welche Berufe ihre Großeltern ausgeübt haben oder wie und wo diese aufgewachsen sind?

Falls das so ist, dann sind Ihre Kinder laut einer Studie der Emory University (Fivush et al., 2010) eventuell belastbarer und können besser mit Stress umgehen. Denn laut dieser Studie können Erzählungen über die gemeinsame Vergangenheit der Familie einen großen Einfluss auf das aufkommende Selbstbewusstsein von Jugendlichen haben. Kinder, die sich ihrer Zughörigkeit zu einer Familie bewusst sind, fühlen sich sicherer und sind selbstbewusster. Außerdem können sie mit Stress besser umgehen.

Die Psychologen sehen aber nicht das schiere Wissen um die Familiengeschichte als Grund für diese positiven Auswirkungen, sondern vielmehr die Art, wie es vermittelt wird.

Untersucht wurden für die Studie der Zusammenhang zwischen dem Interaktionsstil beim Vermitteln der Familiengeschichte und dem Selbstbewusstsein der Jugendlichen.

Dabei fanden die Forscher heraus, dass insbesondere gemeinsame Gespräche der Familienmitglieder im Zusammenhang mit einem höheren Selbstwertgefühl stehen. Gespräche mit einer auferlegten Perspektive, in denen nur ein Familienmitglied das Gespräch führte, hatten jedoch nicht die oben genannten positiven Auswirkungen.

Um diese Effekte zu erzielen, spielt also der Austausch eine große Rolle. Das gemeinsame Abendessen oder der gemeinsame Urlaub, in dem die Eltern den Kindern erzählen, wie sie sich kennengelernt haben. Das kann aber auch die Großmutter sein, die den Enkeln erzählt, wie sie früher gelebt hat. Die die Kinder teilhaben lässt, wie sie aufgewachsen ist, oder wie es war, ohne Mobiltelefon und Social Media die Schulzeit zu bestreiten. All das bringt laut der Studie die Familie näher zusammen und stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder.