Das Papstwappen von Papst Franziskus
Papam habemus …
… arma sua deploramus !
Wir haben den Papst … aber sein Wappen bringt uns zum Weinen.
Schlicht und stillos, einfach und einfallslos, unharmonisch in der Anordnung der Symbole.
Der päpstliche Heraldiker hat sich die Sache sehr einfach gemacht. Die Elemente des erzbischöflichen Wappens: Jesuitenzeichen, Stern und „Nardenblüte“ sind übernommen, aber schlechter positioniert.
Viel geändert hat sich nicht
Der einzige konzeptionelle Unterschied: Dort waren Stern und „Nardenblüte“ silbern hier sind sie golden. Es wäre von Vorteil gewesen und hätte von Sorgfalt und Sachverstand gezeugt, wenn bei dieser „Überholung“ des Vorhandenen wenigsten die Blüte so gestaltet worden wäre, daß man sie nicht länger mit einer Weintraube verwechselt (Die Narde ist eine Pflanze, die zur Gattung der Baldriane gehört und gilt als Nutz-und Heilpflanze, aus der Öle hergestellt werden. In der Bibel wird Nardenöl im Johannes Evangelium in der biblischen Erzählung von Jesu Salbung in Bethanien erwähnt ) . Immerhin soll Heraldik ja mit klar erkennbaren Elementen arbeiten. Übrigens ist in der Ikonographie das Attribut des heiligen Josef häufiger die Lilie – die als Zeichen der Keuschheit ja ganz gut zum Gebot des Zölibats passt.
Buchstaben im Papstwappen
Zu Buchstaben in der Heraldik braucht man in diesem Zusammenhang nichts zu sagen, hier geht das klerikale Wappenwesen immer wieder eigene Wege. Leider!
Es wäre aber besser gewesen – und strategisch klüger, die Beschriftung des Sterns zu vermeiden – zumal die Jesuiten und der Heilige Stuhl auch schon weniger rühmliche Beziehungen zueinander pflegten.
Bei der Gestaltung seines Papstwappens hat Papst Franziskus wie auch sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. die vormals traditionell eingesetzte Tiara durch eine Mitra ersetzt. Als Wahlspruch hat Papst Franziskus „Miserando atque eligendo“ gewählt.
Übersetzt bedeutet dies: Obwohl niedrig, so doch auserwählt. Damit wird einmal mehr die Verbindung zu seinem Namenspatron Franz von Assisi und dessen Bescheidenheit unterstrichen.
Quelle:
Zum Vergleich hier das Kardinalswappen von Jorge Mario Bergoglio:
Update Montag, 08.04.2013:
Das Papstwappen wurde überarbeitet
Das Verwirrspiel geht anscheinend munter weiter: Auf der Wikipedia-Seite von Papst Franziskus ist seit neuestem nicht mehr das von mir ursprünglich kommentierte Papstwappen zu sehen (siehe oben), sondern ein leicht modifiziertes:

Das leicht modifizierte Papstwappen zeigt einen achtzackigen Stern und eine Änderung an der Nardenblüte
Ich finde die Änderung an der „Nardenblüte“ – oder wie uns die Botaniker belehren: Tuberose – schon einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Aber warum um des Himmels Willen hat man sie denn nicht silbern/weiß gelassen in ihren naturanalogen Farben um die Mißverständnisse vollends auszumerzen?
Die Änderung des fünfzackigen zum achtzackigen Stern finde ich eine sinnvolle Entscheidung, gilt doch die 8 in der christlichen Zahlensymbolik als Zeichen des glücklichen Anfangs und der geistigen Wiedergeburt sowie der Taufe und der Auferstehung.
Was ich allerdings nach wie vor bemängle, ist das optische Ungleichgewicht zwischen Stern und Blütenrispe – schade um die verpaßte Gelegenheit!
Aber immerhin: die anfängliche Kritik hat wohl ihre Wirkung gehabt!
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