Das Wappen Stuttgart – Wappen deutscher Städte

Wappen Stuttgart - Stadtsiegel von 1433: ein (heraldisch) nach rechts galoppierendes Pferd im spätgotischen Rundschild.Doch die erste noch erhaltene Abbildung des Stuttgarter Stadtwappens stammt aus dem Stadtsiegel des Jahres 1312. Diese zeigt zwei ungleich große (heraldisch) nach rechts schreitende Pferde im früh- und hochgotischen Dreieckschild. Im Stadtsiegel von 1433 wurde die Form des Stadtwappens geändert. Der Wappenschild zeigt ein (heraldisch) nach rechts galoppierendes Pferd im spätgotischen Rundschild.
Diese Wappenform diente im wesentlichen als amtliches Stuttgarter Stadtwappen bis ins 19. Jahrhundert. Dabei wurde die Darstellung des Pferdes im Laufe der Jahre mehrfach geändert. Es wurde schreitend, laufend, galoppierend, springend, steigend und aufgerichtet dargestellt. 1938 setzte sich die heutige Form durch. Ursprünglich war seine Grundfarbe silbern, erstmals 1699 nach einem Wappenbuch golden. Diese Farbe setzte sich allmählich in Anlehnung an die württembergischen Hausfarben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch. Es handelt sich um ein sog. „redendes“ Wappen, d. h. das ursprüngliche Gestüt, auf das die Stadt zurückgehen soll, wird hier versinnbildlicht.

Stadtchronik von Stuttgart

  • 950 Herzog Luitolf von Schwaben legt einen „Stuotgarten“ (Pferdegestüt) im Nesenbachtal an und errichtet zu dessen Schutz eine Wasserburg, aus der das heutige Alte Schloß hervorgeht.
  • 1160 Erste urkundliche Erwähnung Stuttgarts.
  • 1219 Stuttgart wird Stadt.
  • 1312 Graf Eberhard I. (der Erlauchte) wird im Reichskrieg besiegt. Stuttgart wird von der Reichsstadt Esslingen verwaltet.
  • 1316 Stuttgart wird Stammsitz der Grafen von Württemberg.
  • 1321 Das Stift Beutelsbach/Remstal samt Erbbegräbnis wird nach Stuttgart verlegt.
  • 1482 Durch den Münsinger Vertrag wird Stuttgart erneut zur Haupt- und Residenzstadt erklärt.
  • 1492 Graf Eberhard im Bart erteilt Stadtordnung. Anfänge der Kehrwoche: „Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Woche hinausführen“. Die Stadt hat 6.000-7.000 Ein wohner.
  • 1502 Ausbruch der Pest. Rund 4.000 Menschen sterben.
  • 1520 Bis 1534 gehört Stuttgart zu Österreich, danach Reformation.
  • 1589 Stuttgart hat 9.000 Einwohner und 1.200 Privathäuser.
  • 1630 Die Bierbrauerei kommt auf und wird aus Rücksicht auf den Wein verboten, worauf drei Privatbrauereien entstehen.
  • 1712 Erstes Café (König v. England) wird eröffnet.
  • 1764 Herzog Carl Eugen verlegt die Residenz erneut von Stuttgart nach Ludwigsburg (erstmals 1724-1734).
  • 1775 Herzog Carl Eugen verlegt die Residenz von Ludwigsburg zurück nach Stuttgart.
  • 1775 Bis 1794 Militärakademie, ab 1781 Hohe Carlsschule in Stuttgart.
  • 1806 Stuttgart wird Königsstadt. Es regieren 112 Jahre lang vier Könige. Hofbank wird neu errichtet.
  • 1846 Anschluß an die Eisenbahn. Erster Bahnhof in der Bolzstraße.
  • 1885 Gottlieb Daimler stellt sein Automobil vor.
  • 1886 Robert Bosch mit Werkstatt in der Rotebühlstraße.
  • 1918 Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wird Stuttgart Landeshauptstadt von Württemberg.
  • 1926 Gottlieb Daimler fusioniert mit Carl Benz.
  • 1939 Zweiter Weltkrieg. Vier Luftangriffe. Fünf Mio. Kubikmeter Trümmerschutt. Einmarsch der Franzosen. Danach Einmarsch der Amerikaner.
  • 1952 Schaffung des Bundeslandes Baden-Württemberg.
  • 1953 Stuttgart wird Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.
  • 1958 Bau des Fernsehturms beendet.
  • 1961 Der neue Landtag von Baden-Württemberg wird eingeweiht.
  • 1977 Zum dritten Mal Bundesgartenschau in Stuttgart; Carl-Zeiss-Planetarium wird eröffnet.
  • 1984 Eröffnung der Neuen Staatsgalerie.
  • 1993 Internationale Gartenbauaus-stellung, das „Grüne U“ wird geschaffen. Leichtathletik Weltmeisterschaften finden statt.
  • 1999 Daimler-Benz fusioniert mit Chrysler Austin zu Daimler Chrysler.

(Quelle für Stadtchronik: http://www.stuttgart-tourist.de)

 

Wappen Stuttgart.svg

geschrieben von: Dr. Rolf E. Sutter

Seit 1980 wissenschaftlicher Leiter bei PRO HERALDICA. Dr. Rolf Sutter ist Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique, Mitglied der Académie Internationale de Généalogie, Präsident des Wappen-HEROLD, Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V., Vorsitzender des Stiftungsrates der Gerhard Tietz-Stiftung Heraldik Internationale, Mitglied des Verbandes Deutschsprachiger Berufsgenealogen

3 Responses

  1. Anton 1

    Endlich weiß ich wo unser Stadtwappen seinen Ursprung hat. Interessant dass sich die Gestaltung in dem Maße über die Jahrhunderte verändert hat. Einen Schutz auf dieses „Logo“ bzw. Stadtwappen gibt es aber vermutlich nicht. Würde mich freuen von Ihnen zu h?ren Herr Dr. Sutter!

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  2. Stefan

    Wie kam es dann, dass das Pferd irgendwann umgedreht wurde, so dass es nun (wie das Westfalen/Niedersachsen-Pferd) nach links springt?

    Antworten
    • Alexandra Rittner

      Im Gegensatz zu Bildern definiert in der Heraldik der Standpunkt des Schildträgers die linke und rechte Seite eines Wappens. Es ist also beispielsweise bei in Büchern abgebildeten Wappen diejenige Wappenseite die linke, welche sich vom Betrachter der Buchseite aus gesehen rechts der Wappenmitte befindet. (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Links_und_rechts#Heraldik)

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