Heraldik

siegel
Möchten Sie die Führungsberechtigung für ein historisches Familienwappen überprüfen lassen?
Haben Sie ein Familienwappen und möchten wissen, auf wen dieses zurückgeht?
Oder denken Sie darüber nach, für Ihre Familie ein Familienwappen gestalten zu lassen?

In allen drei Fällen können unsere Heraldiker Ihnen helfen!

Wenn sie eine konkrete Anfrage haben, gelangen Sie hier direkt zum Kontaktformular.

Sie möchten mehr über unsere Vorgehensweise wissen? Dann lesen sie bitte weiter.

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten der rechtmäßigen Wappenführung:

1. Annahme eines historischen Familienwappens
2. Stiftung eines neuen Wappens

Eine ausführliche Beschreibung dieser beiden Möglichkeiten finden Sie unten.

Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Erforschung von Familiengeschichte, Prüfung von Führungsberechtigungen und Neugestaltung von Wappen verfügt Pro Heraldica über eine einzigartige Expertise.

1. Annahme eines historischen Familienwappens

Wappen-HofIn aller Regel kann man davon ausgehen, dass es auf die meisten Familiennamen in der Literatur nicht nur ein Familienwappen, sondern mehrere Familienwappen gibt. Auf den Namen „Heimbach“ konnten wir 16 gleichnamige Familienwappen finden. Dies bedeutet aber noch nicht, dass jeder, der Heimbach heißt, eine Führungsberechtigung für diese Wappen hat. Das Recht auf eine historische Wappenführung leitet sich nicht von einer Namensgleichheit, sondern von einer genealogischen Herkunft ab.

Genau in diesem Punkt unterscheidet sich seriöse Heraldik von unseriöser Heraldik.

Nachweis der Abstammung vom Wappenstifter

Möchte eine Familie ein historisches Wappen führen, so müssen wir nachweisen, dass die heutige Familie in ununterbrochener Reihenfolge vom Wappenstifter abstammt. Nur dann ist die Annahme eines bereits bestehenden Wappens erlaubt.

Um überhaupt eine Chance auf eine solche historische Wappenannahme zu haben, ist eine gut und umfangreich recherchierte Familiengeschichte und auch ein entsprechend hoher sozialer Stand der Vorfahren Voraussetzung. Denn eine Wappenführung in früheren Zeiten hing immer auch mit einem gewissen Ansehen, einem Habitus und auch finanziellen Aufwendungen zusammen.

Insofern ist es verständlich, dass die Chancen, im Rahmen einer genealogischen Archivforschung auf eine historische Wappenführung stoßen, im Promillebereich liegen.

2. Stiftung eines neuen Familienwappens

Sie möchten, dass wir für Ihre Familie ein eigenes Wappen erstellen? Eine Wappenstiftung -wie dieser Vorgang in der Fachsprache genannt wird- kann man grundsätlich in 3 Phasen unterteilen:
Gestaltung, Dokumentation und Registrierung.
Während der gesamten Stiftungsphase werden Sie bei Pro Heraldica von einem Heraldik-Experten beraten. Wir bereiten die von Ihnen eingereichten Unterlagen auf und erstellen einen Entwurf Ihres Familienwappens nach Ihren Wünschen unter Berücksichtigung der gültigen Regeln der Heraldik. Wir garantieren für die Registrierungsfähigkeit für alle von uns erstellten Wappen. Eine ausführliche Beschreibung des Ablaufs finden Sie hier.

Außerdem möchten wir an dieser Stelle mit 2 gängigen Vorurteilen aufräumen.

Vorurteil Nummer 1: Wappen sind dem Adel vorbehalten

Entgegegen einem weit verbreiteten Vorurteil ist jeder Bürger berechtigt, ein Wappen zu führen – nicht nur adlige Familien.
Trotzdem denken viele Menschen noch heute, dass ein Familienwappen ein Privileg adliger Familien sei. Dieses galt durchaus für die Anfangszeit der Heraldik, die im 12. Jahrhundert zu finden ist, als die Ritter begonnen haben Vollrüstungen und geschlossene Visiere zu anzulegen. Damit der Freund vom Feind auf dem Schlachtfeld unterschieden werden konnte, wurden die größtmöglichen Flächen, eben die Waffen- später die Wappenschilde, entsprechend mit Zeichen und Farben bemalt. Dies war die Geburtsstunde der Heraldik. Da in der Regel nur adlige Familien im Vollharnisch auf dem Schlachtfeld zu finden waren, waren Wappen zunächst einmal auf diese Familien beschränkt. Das aufstrebende Bürgertum hat sich allerdings schon bereits im 13. Jahrhundert dieser adligen Privilegien bemächtigt. Seit dieser Zeit kennen wir bürgerliche Heraldik. Heute ist das Gros der in der Literatur nachvollziehbaren Familienwappen (etwa 90 %) bürgerlich.

Vorurteil Nummer 2: Wappen werden verliehen

Der Großteil der Menschen geht davon aus, dass Familienwappen verliehen wurden. Familienwappen wurden so gut wie nie verliehen. Wappen wurden gestiftet von Menschen, die öffentliche Ämter begleitet haben und somit eine Siegelführung notwendig war. Menschen, die einen sozialen Aufstieg gemacht hatten und es oftmals auch zum guten Ton gehörte, ein Wappen zu führen z.B. von Kaufleuten, die ihre Verträge siegelten etc..
Bereits vor vor Jahrhunderten hat man sich mit einem Heraldiker in Verbindung gesetzt und ein Wappen nach den eigenen Vorstellungen im Rahmen der heraldischen Regeln gestalten lassen.
Erst im Anschluss an diesen Stiftungsakt wurde das Wappen in der Regel bei den Landessouveränen, meistens bei den Fürsten oder bei den eingesetzten Hofpfalzgrafen zur Bestätigung eingereicht. An den Fürstenhöfen wurden solche Arbeiten gerne durchgeführt, da sich die Fürsten eine solche Arbeit in aller Regel auch gut honorieren ließen.

Heute werden Wappen noch genauso gestiftet wie damals. An der Vorgehensweise und an den Regeln der Heraldik hat sich in über 800 Jahren nichts geändert.

 

Familienwappen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern

Grundsätzlich muss man in Europa zwischen konstitutionellen Monarchien und Demokratien unterscheiden. In allen Monarchien gibt es heute noch Ämter und Behörden. Die Herolde kümmern sich von Staatswegen um die Belange der Heraldik und der Genealogie. Als Bürger eines solchen Landes können Sie einen Antrag zur Stiftung und Registrierung eines Familienwappens stellen. Ein solches Amt hatten wir bis 1919 auch in Deutschland (das Reichsheroldsamt) mit Sitz in Berlin.

Heute kümmern sich in der BRD Vereine um die Belange der Heraldik und der Genealogie. Mittlerweile gibt es über 100 genealogisch – heraldisch arbeitende Vereine, mit über 38.000 Mitgliedern. Die wenigsten übernehmen heraldische Arbeiten und erstellen eine Wappenrolle. Die heute anerkannteste Wappenrolle, die Allgemeine Deutsche Wappenrolle, wird geführt vom Wappen-Herold. Im Oktober 2013 ist der 20. Band der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle beim Wappen-Herold erscheinen. Der aktuelle Band der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle ist gespickt von gelungenen Familienwappen, vielen hochinteressanten und weit zurück reichenenden Familiengeschichten und den Wappen etlicher bekannter Persönlichkeiten.

Heraldische Richtigkeit und Einmaligkeit

Der Wappen-Herold führt als einer der wenigen Vereine weltweit, auch ein internationales Generalregister. Zwei Auflagen müssen im Wesentlichen bei der Registrierung eines Familienwappens beachtet werden: Die heraldische Richtigkeit und Einmaligkeit eines Wappens.

Heraldische Richtigkeit

Die heraldischen Regeln stammen aus der Anfangszeit der Heraldik, also aus dem 12. Jahrhundert und haben heute noch ihre Gültigkeit. In den heraldischen Regeln ist klar definiert, welche Elemente ein Wappen enthalten darf. Es werden nicht nur Heraldik Symbole, sondern auch  die Heraldik Farben, Fragen der Gestaltung, des äusseren Rahmens und der Proportionen festgelegt. So sind bei einem Vollwappen der Schild, der Helm, die Decken- und die Helmzier zwingend notwendig. Besteht ein Wappen lediglich aus einem Schild, so ist es in der BRD nicht registrierfähig.

Einmaligkeit

Der Heroldsausschuss des Wappen-Herolds nimmt ein Familienwappen nur dann an, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Symbol- und Farbkombination bisher noch nicht belegt ist. Dies stellt bei ca. 1,7 Millionen bekannten Familienwappen, die im Laufe der letzten 800 Jahre im deutschsprachigen Raum entstanden sind, durchaus ein recht umfangreiches Unterfangen dar.

Historische-Wappenbilderregistratur

Historische Wappenbilderregistratur

Pro Heraldica verfügt über die größte private Fachbibliothek für Heraldik und Genealogie mit über 18.000 heraldischen Dokumentationen. Wir können deshalb gewährleisten, dass ein neu gestiftetes Wappen auch wirklich einmalig ist. Solch eine Einmaligkeitsprüfung, wie sie bei Pro Heraldica möglich ist, kann sonst nirgendwo gemacht werden. Hierbei greifen wir auch auf das Lebenswerk von Dr. Ottfried Neubecker zurück, unter anderem auf die historische Wappenbilderregistratur, die in fünf Jahrzehnten geschaffen wurde und einen kleinen Niederschlag im “Großen Wappenbilderlexikon” gefunden hat .
Dr. Ottfried Neubecker wird in Fachkreisen als “Papst der Heraldik” bezeichnet und gilt als einer der größten Heraldiker des 20. Jahrhunderts.
Anhand dieser umfangreichen Sammlungen können Wappen nur aufgrund von vorhandenen Symbolen identifiziert werden. Oft bekommen wir Anfragen, bei denen lediglich ein Wappen ohne dazugehörigen Namen vorhanden ist, z.B. auf alten Möbel- oder Schmuckstücken. Dank der historischen Wappenbilderregistratur konnten wir schon viele Wappen erfolgreich identifizieren.

Zur Veröffentlichung und Registrierung eines Wappens müssen dann reprofähige Druckunterlagen und Textmanuskripte eingereicht werden. Die Wappenrolle selbst steht als Belegexemplar in allen großen deutschen Bibliotheken und Archiven aus und garantiert zum Einen, dass die Fachwelt drauf Zugriff hat und zum Anderen, dass in Jahrhunderten das Familienwappen in Verbindung mit den familien- geschichtlichen Daten immer noch nachvollzogen werden kann. Aus der Veröffentlichung leitet sich auch der rechtliche Anspruch des Familienwappens ab. Dieser kann auf Basis des Registrierungstextes dann beim Missbrauch auch zivilrechtlich eingeklagt werden.

Abschliessend gilt es noch anzumerken, dass eine heraldische Tradition nur dann auch Überlebenschancen hat, wenn sie tatsächlich gelebt wird. Das heisst, wenn das Familienwappen auch aktiv in der Familie zu entsprechenden Anlässen (Siegelringe zum 18. Geburtstag, runde Ehejubliläen, Berufsabschlüsse der Kinder etc) weitergegeben wird. Wir bieten unseren Kunden zahlreiche Möglichkeiten an, ihr Wappen kunsthandwerklich zu verarbeiten. Als Siegel, mit dem Sie Ihre Korrespondenz versehen können, in Form eines Siegelringes und anderen Schmuckstücken als Zeichen der Familienzugehörigkeit. Die Möglichkeiten sind nahezu endlos. Gerne senden wir Ihnen hierzu ausführliche Informationen zu und beraten Sie ausführlich.