Zum Weltfrauentag 2013

Heute ist Weltfrauentag. Viele Dinge, die für Frauen in Deutschland heute selbstverständlich sind, waren nicht immer so. Heute dürfen Frauen wählen, wir dürfen selbst darüber entscheiden, welchen Beruf wir ausüben wollen und Frauen dürfen in der Männerdomäne Bundeswehr eine Offizierslaufbahn einschlagen.

Seit dem 19.03.1911, als erstmals der Weltfrauentag gefeiert wurde, hat sich also einiges verändert und die Rechte der Frau in der Gesellschaft wurden immer weiter gestärkt.

Gudrun Kopp zum Weltfrauentag 2013

Anlässlich des in­ter­na­ti­o­nalen Frauentags am 8. März erklärt die Par­la­men­ta­rische Staats­sekre­tärin beim Bun­des­mi­nis­ter für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung, Gudrun Kopp, auf der Website des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, folgendes:
„Der Weltfrauentag steht für gleiche Rechte von Frauen und Männern überall und in allen Bereichen des Lebens. Dazu gehört, dass Frauen und Mädchen welt­weit ein Recht auf ein gewalt- und dis­kri­mi­nie­rungs­freies Leben haben. Gewalt gegen Frauen hat viele häss­liche Gesichter: Grauen­hafte Ehren­morde, Zwangs­prostitution, Zwangs­heirat, weib­liche Genital­ver­stüm­me­lung und nicht zuletzt Ver­ge­wal­ti­gung und Massen­ver­ge­wal­ti­gungen als Mittel der Kriegs­führung.”

Auch im Wappenrecht hat sich einiges zu Gunsten der Frauen verändert:

Bis zur Änderung des Namensrechts zum 1.7.1976 verliefen Führungsrecht des Wappens und Namensrecht analog. Der Familienname konnte wie das Wappen nur in männlicher Deszendenz weitergegeben werden. Bei der Führung historischer Wappen müssen die bis dahin gepflogenen Richtlinien weiterhin beachtet werden. Die Führung eines solchen ist nur möglich, wenn ein genealogischer Anschluss an die wappenführende Familie in direkter und ununterbrochener männlicher Abfolge dokumentiert ist.

Neufassung des Namensrechts

Wappen beim Namen, Name beim Wappen. So heißt der wichtigste heraldische Grundsatz.

Nach der Neufassung des Namensrechts 1976 und seiner Novellierung 1994 ist es folgerichtig, die neuen Regeln auch auf die Führungsberechtigung von Familienwappen zu übertragen.

Eine einheitliche Auffassung über die Vererbbarkeit der Führungsberechtigung über Frauen hat sich noch nicht allgemein durchsetzen können.

Pro Heraldica, der Wappen-Herold sowie einige nationale Vereine und ein Großteil der internationalen Institutionen vertreten die Ansicht, daß eine fast 1000-jährige Tradition wie die Heraldik durchaus in der Lage ist, gesellschaftliche Prozesse abzubilden.

Das bedeutet heute im Klartext: Wappen können auch über Frauen vererbt werden. Wenn: Wappen beim Name und Name beim Wappen.

Wendet man diesen Grundsatz auf die vielen Möglichkeiten der Namensgestaltung an, ist die Frage der Wappenvererbung gar nicht mehr so kompliziert.

Und so haben die Frauenrechte, die am heutigen Weltfrauentag gefeiert werden, auch einen ausgesprochenen Vorteil für Männer: Sie können nämlich in eine wappenführende Familie
einheiraten. Das konnten vor 1976 nur Frauen.

geschrieben von: Petra Heimbach

CoA Pro Heraldica Germany

Ein Kommentar

  1. Gerard Cornielje

    Es ist gut zu sehen das auch in die oft als traditionell geltende Welt der Heraldik Gleichberechtigung respektiert wird. Ein sehr guter Beitrag, Bravo!

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