Wappen berühmter Deutscher – Immanuel Kant

Am 22.04.2014 ist der 290. Geburtstag von Immanuel Kant. Dieser zählt zu den bedeutendsten Denkern der abendländischen Philosophie. Mit seinem Werk schuf Kant eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst.

Kategorischer Imperativ

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“, ist einer der philosophischen Grundsätze Immanuel Kants und bekannt unter der Bezeichnung „kategorischer Imperativ„.

Es gibt die unbewiesene Vermutung, dass die Familie des Philosophen aus Schottland zugewandert ist; urkundlich nachweisbar wird sie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Russ in Ostpreußen.

Das Licht der Aufklärung

Die Entstehung des Wappens datiert, wie dem Deutschen Geschlechterbuch, Band 61, zu entnehmen ist, auf das Jahr 1766 zurück und dürfte daher unter Mitwirkung des Philosophen entstanden sein. Dafür sprechen auch die Elemente. Die Sonne ist ohne allzu gewagte Spekulationen als das Licht der „Aufklärung“ zu verstehen, deren Gedankengut Kant in vielen seiner Schriften verarbeitet. Ob das Schach in der unteren Partie als Hinweis auf das Schachspiel und damit als Sinnbild für logisches und analytisches Denken steht, und ob die Flügel der Helmzier die Befreiung des Geistes aus seinen Fesseln suggerieren sollen, muss dahingestellt bleiben – in das Ideengefüge würden sich dieseDeutungen indessen wohl einfügen.

Vita Immanuel Kant

* 22. April 1724 in Königsberg
gest. 12. Februar 1804 in Königsberg

Eltern:
Johann Georg Kant
Anna Regina Kant, geb. Reuter

  • 1732 Gymnasium Fridericianum in Königsberg
  • 1740 Studium der Physik, Mathematik und klassischen Naturwissenschaften, aber auch der
    Philosophie an der Königsberger Universität
  • 1746 Unterbrechung des Studiums und Arbeit als Hauslehrer (Hofmeister)
  • 1754 R?ckkehr nach Königsberg und Beendigung des Studiums
  • 1755 Magister der Philosophie in Königsberg. Privatdozent. „Allgemeine Naturgeschichte
    und der Himmel“.
  • 1770 Professur für Metaphysik und Logik an der Universität in Königsberg. In der zweiten
    Hälfte des 18. Jahrhunderts entstehen die Hauptwerke seiner Philosophie: die Erkenntnistheorie
    und die Ethik der Aufklärung. Kants Maxime „Sapere aude“ (Wage
    es, dich deines Verstandes zu bedienen) und die Entwicklung des „kategorischen
    Imperativs“ haben die Philosophie revolutioniert.
  • 1781 „Kritik der reinen Vernunft“ entsteht
  • 1787 Aufnahme in die Berliner Akademie der Wissenschaften
  • 1788 „Kritik der praktischen Vernunft“
  • 1790 „Kritik der Urteilskraft“
  • 1793 „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“
  • 1797 Rückzug aus der akademischen Lehrtätigkeit
  • 1804 Tod; letzte Ruhe am Königsberger Dom.

Literatur: Höffe, Otfried: Immanuel Kant, 7. Auflage, München 2007.
Immanuel Kant, Radierung von Johann Leonhard Raab nach einem Original von G. Döbler (1791)
Wappenabbildung: Von Friedrich dem Großen bis Hindenburg. o.A. o.O. o.J. [Garbàty. Berlin 1932/1934]

geschrieben von: Dr. Rolf E. Sutter

Seit 1980 wissenschaftlicher Leiter bei PRO HERALDICA. Dr. Rolf Sutter ist Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique, Mitglied der Académie Internationale de Généalogie, Präsident des Wappen-HEROLD, Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V., Vorsitzender des Stiftungsrates der Gerhard Tietz-Stiftung Heraldik Internationale, Mitglied des Verbandes Deutschsprachiger Berufsgenealogen

2 Responses

  1. Dirk Faltin

    Die Vermutung, dass die Familie Kant aus Schottland zugewandert sei, stammt u.a. von Immanuel Kant selber. Ostpreussen hatte im 17. Jh. Einwanderer aus Schottland aufgenommen. Nichtsdestotrotz, ist diese Vermutung durch die Genealogie schon längst widerlegt. Die direkten Vorfahren Kants stammen aller Wahrscheinlichkeit nach von den prussischen Ureinwohnern Ostpreussens ab.

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    • Alexandra Rittner

      Sehr geehrter Herr Faltin, vielen Dank für die ergänzenden Ausführungen. Mit freundlichen Grüßen Alexandra Rittner – Pro Heraldica

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