Die Wappen berühmter Deutscher – Teil 2

Das Sammelwerk mit dem Titel „Von Friedrich dem Großen bis Hindenburg“, das als eines der wenigen kompletten Exemplare in der Bibliothek von PRO HERALDICA liegt, weist leider keinerlei bibliographische Hinweise auf. Nicht einmal sein Titel läßt auf den Inhalt schließen. Es darf indessen als sicher gelten, dass es 1932 oder 1934 in Berlin entstanden ist und mit Zigaretten der Marke Kurmark vertrieben wurde. Das Album besteht aus 55 kartonierten Seiten im Quartformat und ist mit 255 Wappenfarbdrucken ausgestattet. Insgesamt ist es mit einem Namenregister und je einer der Abbildungsseite gegenüberliegenden Textseite ausgestattet. Inhaltlich zeichnen die Texte einzelne Epochen deutscher Kriegs-, Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte nach, ohne auf die durch ihre Wappen dargestellten Personen oder auf die Wappen selbst einzugehen. Es fällt auf, dass die Wappenabbildungen alle in einem einheitlichen, jedoch nicht uniformisierenden  künstlerisch sehr ansprechenden Duktus wiedergegeben sind. Offenbar wurde für die Vorlagen zur damaligen Zeit ein Künstler mit der Gestaltung der gesamten Serie beauftragt. Alle Wappenbilder tragen ein Autograph der Person, welcher sie zugeschrieben werden, und sind mit einer Bildunterschrift versehen, die den Namen, Geburts- und Sterbejahr und eine nähere Bezeichnung (z.B.: „Der größte deutsche Dichter“ bei Johann Wolfgang von Goethe oder „Der größte deutsche Philosoph“ bei Immanuel Kant) angibt.

Durch das Fehlen jeglicher Angaben zu den Wappen ist es heute nicht mehr möglich zu sagen, aus welchen Quellen die Autoren sie entnommen haben. Dies ist bei den Wappen uradeliger Familien (z.B. „von Droste Hülshoff“) und denjenigen, deren Träger infolge von Verdiensten nobilitiert wurden (z. B.: „von Goethe“) zu verschmerzen. Schwieriger ist die Sachlage bei Wappen zu anderen berühmten Namen (wie beispielsweise „Bach“), die sonst in der heraldischen Literatur nicht zu finden sind. In einzelnen dieser Fälle wird man den Verdacht nicht ganz als abwegig bezeichnen können, dass das entsprechende Wappen möglicherweise eine nachträgliche Zuschreibung ist. Da dies jedoch heute kaum nachvollziehbar sein wird, muss es im Einzelfall bei diesem Hinweis bleiben. Aus den 255 Wappen des Sammelalbums möchten wir Ihnen einige Beispiele präsentieren. Ein Kriterium bei der Auswahl war der mutmaßliche Bekanntheitsgrad, der sich mit dem Namen verbindet. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass sich Wappen mit Namensträgern verbinden, die zur Zeit der Edition noch nicht bekannt, vielleicht nicht einmal geboren waren (z.B. Loriot und das Wappen „von Bülow“). Die Wappenabbildungen sind jeweils mit der Blasonierung versehen und einer Biographieseite gegen?bergestellt, die einen kurzen Abri? mit den wichtigsten biographischen Daten der Persönlichkeit bietet, dem das Wappen zugeordnet ist.

In kommenden Artikeln wird jeweils das Wappen eines berühmten Deutschen vorgestellt.

geschrieben von: Dr. Rolf E. Sutter

Seit 1980 wissenschaftlicher Leiter bei PRO HERALDICA. Dr. Rolf Sutter ist Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique, Mitglied der Académie Internationale de Généalogie, Präsident des Wappen-HEROLD, Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V., Vorsitzender des Stiftungsrates der Gerhard Tietz-Stiftung Heraldik Internationale, Mitglied des Verbandes Deutschsprachiger Berufsgenealogen

2 Responses

  1. Anton 1

    Interssante Ver?ffentlichung. Wenn Pro Heraldica eines der wenigen Eexmplare besitzt, so wird man im Haus vermutlich auch wissen was dieser Buchband wert ist?

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  2. Dr. Sutter

    Das Werk ist ein Liebhaberstück, das man zwar noch vereinzelt im Antiquariat findet, aber man muß aufpassen: nicht alle Exemplare sind komplett. Es handelt sich ja um eine Publikation mit Einklebebildern. Auch der Erhaltungszustand ist ein entscheidendes Kriterium. Man findet Angebote zwischen 50Euro (vermutlich mangelhaft) und 270 Euro.

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