Wappen Baden-Württemberg

Großes Landeswappen Baden-Württemberg

Großes Landeswappen Baden-Württemberg

Blasonierung des Wappen Baden-Württemberg

In Gold drei schreitende schwarze Löwen übereinander.

Auf der Schildoberkante nebeneinander 6 Rundschildchen, die beiden mittleren größer als die äußeren, 1) in Rot drei verkürzte silberne Spitzen, 2) silbern-schwarz geviert, 3) in Gold ein roter Schrägbalken, 4) in Gold drei schwarze Geweihstangen, 5) in Schwarz ein rotbewehrter und -gekrönter goldener Löwe, 6) in Rot ein silberner Balken.

Schildhalter: rechts ein goldener Hirsch mit roten Hufen, links ein goldener Greif mit roten Krallen.

Entwicklung des Wappen Baden-Württemberg

Auf der Grundlage der Neugliederungsartikel 29 und 118 des Grundgesetzes wurde dieses Bundesland nach einer dort vorgeschriebenen Volksabstimmung vom 9. Dezember 1951 aus den von Besatzungsverhältnissen der Nachkriegszeit geprägen Vorgänger-Ländern (Nord-)Württemberg und (Nord-)Baden in der US-Zone sowie (Süd-)Baden und (Süd-)Württemberg-Hohenzollern in der französchischen Besatzungszone gebildet. (…)

Diese schöpferische Vielfalt im Rahmen einer größeren Einheit lässt sich übrigens am großen Landeswappen ablesen.. Sein einheitliches Schildbild trägt nämlich eine Krone, die von sechs Plaketten mit Wappen früherer Territorien dieses Raumes gebildet wird. Die Republik besitzt auch ein Selbstverständnis, das sie berechtigt, als ein alle ihre Teile repräsentierendes Schildbild das auf die staufischen Herzöge von Schwaben zurückgehende Drei-Löwen-Wappen zu führen. (…)

Diese zentralen Plaketten der Wappenkrone sind von vier weiteren flankiert (…).

Vorne sind die silber-roten Spitzen, der „fränkische Rechen“ des Herzogtums Ostfranken (…) zu sehen. Daneben steht der von Silber und Schwarz gevierte „Zollernschild“ für die vormals hohenzollerischen Gebiete. Hinten schließen sich der rot bewehrte, bezungte und gekrönte Löwe der Kurpfalz in Schwarz und schließlich der für die einst vorderösterreichischen Lande im Breisgau, am oberen Neckar, in Oberschwaben und im Westallgäu stehnde österreichische „Bindenschild“ in den Farben Rot-Silber-Rot an. Der Hirsch ist der traditionelle Schildhalter früherer württembergischer, der Greif ein ebensolcher ehemaliger badischer Staatswappen (…).

Drei-Löwen-Wappen

Das ungeteilte Schild des bewusst nicht historisierend stilisierten Drei-Löwen-Wappens betont die Einheit des Landes. Es war, wie bereits erwähnt, Symbol des Herzogtums Schwaben, dem das ganze spätere badische, württembergische und hohenzollerische Gebiet südlich der Kraichgau-Hesselberg-Linie zugehörte (…).

Die 800jährige Tradition der „Stauferlöwen“ ist (…) zueerst in einem Siegel Herzog Friedrich V. von Schwaben, einem Sohn des Kaisers Friedrich Barbarossa, zu fassen. Dieses seit 1181 nachgewiesene Reitersiegel lässt auf der sichtbaren einen Hälfte des gebogenen Schildes einen aufgerichteten Löwen erkennen. (…) Auf einem vermutlich echten aber an einer gefälschten Urkunde überlieferten Reitersiegel des späteren (…) Königs Philipp (1196-1198) sind dann erstmals drei Löwen übereinander zu sehen, die dann auch Herzog Heinrich (1216-1220) als Hausschild beibehalten hat. (…) Mit dem Untergang der Staufer erlosch auch das Herzogtum Schwaben, doch blieb sein Drei-Löwen-Wappen offenbar als Symbol Schwabens in Erinnerung. (…) Bei der Erhebung Württembergs zum Königreich nahm König Friedrich 1806 auch den Titel „souveräner Herzog in Schwaben“ an und das Drei-Löwen-Wappen -neben seinem Stammwappen – in den Herzschild seines großen Wappens auf. Es blieb bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918 einer der beiden Bestandteile des gespaltenen württembergischen Staatswappens. (…)

Soviel zur Vorgeschichte des Drei-Löwen-Wappens, das durch das Gesetz über das Wappen des Landes Baden-Württemberg vom 3. Mai 1954 zu neuem Leben erweckt worden ist. (…) Regierung, Minsterpräsident, Ministerien, Landesvertretung beim Bund, Staatsgerichtshof, oberste Gerichte, Rechnungshof und Regierungspräsidien führen das große Landeswappen. (…) ohne Schildhalter, Wappenkrone und Fußleiste wird das kleine Landeswappen von den oben nicht aufgezählten Landesbehörden, den Notaren und sonstigen Berechtigten geführt. Es besteht aus dem bereits beschriebenen Drei-Löwen-Schild, der aber eine – auch „Volkskrone“ genannte – goldene Blattkrone trägt. Diese von den Monarchenkronen älterer Staatswappen klar unterschiedene Kronenform wurde bereits nach 1918 in den damaligen Republikwappen als Symbol der Volkssouveränität entwickelt.

kleines Landeswappen Baden-Württemberg

(Quelle: „Wappen und Flaggen der Bundesrepublik Deutschland und Ihrer Länder“ herausgegeben von der Zentrale für politische Bildung, Bonn 1994)

geschrieben von: Dr. Rolf E. Sutter

Seit 1980 wissenschaftlicher Leiter bei PRO HERALDICA. Dr. Rolf Sutter ist Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique, Mitglied der Académie Internationale de Généalogie, Präsident des Wappen-HEROLD, Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V., Vorsitzender des Stiftungsrates der Gerhard Tietz-Stiftung Heraldik Internationale, Mitglied des Verbandes Deutschsprachiger Berufsgenealogen

2 Responses

  1. Katharina Blocher

    Sehr geehrte Damen und Herren, für den Wangener Kindermuseumsclub und die Museumspädagogik hätte ich gern einen Siegelring von Wangen aus einfachem Material, dass aber geeignet ist um Wachssiegel herzustellen auch in größerer Stückzahl. Das Wappen von Wangen im Allgäu finden Sie auch in Wikipedia. Bitte machen Sie mir einen Kostenvoranschlag.

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