Teil 2: Zusammenbruch des Ostblocks

Neben den neu entstandenen Staaten durch Dekolonisierung bilden die durch den Zusammenbruch des Ostblock neu entstandenen Staaten den Zweitgrößten Anteil.

Ostblock-WestblockDie Sowjetunion umfasste 15 Teilstaaten, sogenannte „Unionsrepubliken“, die de jure autonom, de facto aber nicht souverän waren.

Die Sowjetunion war im Dezember 1922 durch die Bolschewiki gegründet und durch die Alma-Ata-Deklaration im Dezember 1991 aufgelöst worden.

Es waren Litauen, Lettland und Estland, die unter Berufung auf ihre nationale Identität, 1990 und 1991 als erste ihre Unabhängigkeit erklärten.

Emblem-Sowjetunion

Die ehemalige UdSSR und ihre Folgestaaten:

Uniformität als dominantes Prinzip

Embleme-UdSSR-Folgestaaten-2

Die Embleme

runde bis hochovale, von zwei leicht nach innen gebogenen Zweigen oder Getreidegebinden eingerahmte Abbildungen, die generell eine hinter einem Gebirge, einer Weltkugel oder einem Gebäude aufgehende Strahlensonne zeigten und in der oberen Partie mit Hammer und Sichel und dem Sowjetstern belegt waren.

Embleme-UdSSR-Folgestaaten

 

Nach der „Unabhängigkeit“ 1991 ff. blieben nur drei – Belarus, Tadschikistan und Usbekistan – bei dieser Konzeption, allerdings ohne die typisch sowjetischen Kennzeichen Hammer und Sichel.

 

Embleme-UdSSR-Folgestaaten-4

Vier weitere de fakto aber nicht de jure autonome Gebiete, kamen zu den ursprünglich 15 Republiken hinzu:

Bergkarabach (abgespalten von Aserbeidschan),

Südossetien und Abchasien (abgespalten von Georgien).

Nur Transnistrien (abgespalten von Moldawien) nahm die alte Emblematik auf.

Embleme-UdSSR-Folgestaaten-3

Fallbeispiel Ukraine

Staatswappen-Volksrepublik-UkraineEmbleme-RurikidenDer goldene Dreizack ist das zentrale ukrainische Nationalitätssymbol.

Er geht auf die Embleme der Rurikiden, der Fürsten der Kiewer Rus zurück. Die Bedeutung des Symbols ist unklar, man nimmt aber an, dass es sich um einen stilisierten Falken handelt und möglicherweise tatarischen Ursprungs ist.

Zum staatlichen Symbol wurde der Dreizack1917 als er in das Staatswappen der Volksrepublik Ukraine aufgenommen wurde.

Staatswappen-UkrainischeSSRAus ihr ging zwei Jahre später nach der bolschewikischen Eroberung 1919 die Ukrainische SSR hervor, die 1922 Teil der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken wurde.

Kleines-grosses-Staatswappen-Ukraine-ab-1991Als die Ukraine am 24.08.1991 aus dem Verband der UDSSR ausschied, kehrte sie zu ihrem alten Nationalitätszeichen zurück und schuf neben dem sogenannten kleinen auch ein großes Staatswappen, das allerdings bisher nicht offiziell zum Einsatz kam.

 

 

 

Jugoslawien und seine Folgestaaten

Staatsemblem-Jugoslawien-bis-1992

Staatsemblem Jugoslawien – erloschen 1992

Das Staatsemblem nach sowjetischem Vorbild bestand ursprünglich aus fünf, später sechs, in einer gemeinsamen Flamme brennenden Fackeln, die die fünf Völker Jugoslawiens (Serben, Kroaten, Slowenen, Montenegriner und Mazedonier) symbolisierten.

  • 1992-2003  Serbien und Montenegro  erloschen 2003

    1992-2003
    Serbien und Montenegro
    erloschen 2003

    1918 bis 1941 Jugoslawien ist Monarchie

  • 1945 bis 1992 sozialistischer, föderaler Staat.
  • 1992 bis 2003 „Restjugoslawien“ Serbien und Montenegro

Auflösung

Nationale Auseinandersetzungen nach Präsident Titos Tod 1980
schwindender Einfluss der sich ebenfalls in Auflösung befindenden UDSSR
ab 1991 Zerfall des jugoslawischen Staates, aus dem Kroatien und Slowenien als erste ihren Austritt erklären.
Bildung von 6 neuen Staaten
2 Abspaltungen von Serbien (Kosovo und die Vojvodina, Status international nicht allgemein anerkannt).

Die Staatsembleme

Die Staatsembleme der 6 Folgestaaten von Jugoslawien wurden gestaltet in enger Anlehnung an die der UDSSR-Republiken

Staatsembleme-Jugoslawien-Folgestaaten

Bis auf Mazedonien wählten ab 1991 alle neu gebildeten Republiken einschließlich der beiden strittigen Gebiete Kosovo und Vojvodina heraldische Formen.

Staatsembleme-Jugoslawien-Folgestaaten-2

 

geschrieben von: Dr. Rolf E. Sutter

Seit 1980 wissenschaftlicher Leiter bei PRO HERALDICA. Dr. Rolf Sutter ist Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique, Mitglied der Académie Internationale de Généalogie, Präsident des Wappen-HEROLD, Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V., Vorsitzender des Stiftungsrates der Gerhard Tietz-Stiftung Heraldik Internationale, Mitglied des Verbandes Deutschsprachiger Berufsgenealogen

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