Hautpergament in Heraldik und Genealogie

Heute haben wir eine Lieferung von Hautpergament erhalten. Die Bilder davon möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

In diesem Zusammenhang werden wir immer wieder gefragt, warum Pro Heraldica heraldische und genealogische Kunstwerke (Wappenmalereien, Stammbäume, Ahnentafeln etc.) nicht auf Karton, sondern ausschließlich auf Hautpergament gestaltet.

Hautpergament beständiger als Papier

Die Frage ist ebenso berechtigt wie einfach zu beantworten: Sicher hat jeder schon einmal vom Verfall von Papier durch schädigende Umwelteinflüsse gehört. Bibliotheken wissen davon ein Lied zu singen. Denn sie müssen Unsummen ihres Etats für die Erhaltung von Büchern, Landkarten, Plakaten usw. ausgeben.

Anders ist dies bei Objekten, die vor 500 und mehr Jahren auf Hautpergament geschrieben worden sind. Man kann an diesen Objekten (z.B. historische Wappenbriefe) zwar die Patina des Alters erkennen, jedoch keine Spuren von Zerstörung.

Zur Freude vieler Generationen

Diese Erkenntnis hat Pro Heraldica schon vor langer Zeit dazu gebracht, solch hochwertige künstlerische Arbeiten wie Wappendarstellungen, Stammbäume und Ahnentafeln nur auf Hautpergament gestalten zu lassen. Dies ist zwar teurer, jedoch bleibt das Trägermaterial über Generationen hin haltbar und ist nahezu unzerstörbar. Außerdem ist davon auszugehen, dass jemand, der eine Wappenmalerei, einen Stammbaum oder eine Ahnentafel anfertigen läßt, damit auch noch viele nachwachsende Generationen mit der gleichen Schönheit und Unversehrtheit erfreuen will.

Hautpergament – ein Naturprodukt

Bei Hautpergament handelt es sich um ein Naturprodukt. Als solches reagiert es auf Schwankungen der umgebenden Atmosphäre wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichteinwirkung. Daher sollten Objekte auf Hautpergament nach Möglichkeit nicht dem vollem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Außerdem sollten sie nicht an feuchte Wände gehängt oder über trockener Heizungsluft angebracht werden. Auch extreme Temperaturschwankungen sollten bei diesem Naturprodukt vermieden werden.

Große Exemplare äußerst selten

Bei den Pergamenten, die wir heute erhalten haben, ist auch ein verhältnismäßig großes Exemplar dabei. Exemplare in dieser Größe erhalten wir relativ selten. Denn in der von uns benötigten Quälität, bei der die Haut nicht zu dick sein darf und die farblich einen einheitlichen Elfenbeinton haben soll, sind insbesondere größere Exemplare sehr schwer zu bekommen.

Für unsere Arbeiten bevorzugen wir Häute von Jungrindern bzw. Kälbern, die ein helles Fell hatten, da bei dunklem Fell die Häute an den dunklen Stellen Pigmentflecken aufweisen.

Die Häute werden nach dem Schlachten abgezogen und dann erst einmal beidseitig geschabt. Dabei werden sie sauber gemacht und die Haare entfernt, die Oberseite wird glatt geschliffen und mit verschiedenen Chemikalien behandelt. Wenn wir die Häute erhalten, vermessen wir diese und legen fest, welche Plattenmaße damit bezogen werden können. Anschließend werden diese auf Alucubond Platten aufgezogen, damit ihre Form erhalten bleibt.

Wenn Sie wissen wollen, wie es danach weitergeht, erfahren Sie das in unserem Blogbeitrag So ensteht ein Stammbaum.

geschrieben von: Alexandra Rittner

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