Darstellung von Wappen im Laufe der Zeit

Im Wandel der Zeit hat sich die Darstellung von Wappen immer wieder verändert. Das Ausschlaggebende für ein Wappen ist die Blasonierung (Wappenbeschreibung in der Fachsprache). Diese legt fest, welche Elemente ein Wappen enthält und wie diese in dem Wappen angeordnet sind (Helmzier und Schildinhalt). Bei der grafischen Darstellung eines Wappens muss ein Künstler beachten, dass die Elemente der Helmzier und des Schildes korrekt dargestellt und angeordnet sind. Die Gestaltung der Helmdecken, die den schmückenden Rahmen eines Wappens bilden, liegt völlig in der Hand des jeweiligen Künstlers, ebenso wie die grafische Ausgestaltung der einzelnen Elemente. Das bedeutet, der Künstler kann selbst darüber entscheiden, wie er zum Beispiel einen im Wappen enthaltenen Adler darstellt, er muss sich aber strikt daran halten, wo im Wappen sich das Element befindet. In unserem Beispiel ist wunderbar zu erkennen, wie sich der Stil der Darstellung über die Jahrhunderte und in den verschiedenen Epochen verändert hat.

Der Wandel eines Wappens über 6 Epochen

Der Wandel eines Wappens über 6 Epochen

Mit der Veränderung der technischen Gegebenheiten haben sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, Wappen in gedruckten Werken möglichst originalgetreu darzustellen. Während in frühen Werken der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle beispielsweise die Farbe Gold erst nur eine Schraffur und später als einfaches Gelb dargestellt war, können wir die Farbe Gold inzwischen in einem Ton abbilden, der viel eindeutiger als solches erkennbar ist, auch wenn es sich hier um eine sogenannte Pseudofarbe handelt. Ein Druck mit echter Goldfarbe ist zwar möglich, aber extrem aufwendig und damit auch sehr teuer.

Dass wir uns alle Mühe geben, stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein in Bezug auf die Wappendarstellung, zeigt sich vor allem in der Entwicklung der Allgemeine Deutsche Wappenrolle (ADW). Seit dem Erscheinen der ersten Ausgabe im Jahr 1978 haben wir die Präsentation der Wappen kontinuierlich verbessert.

In den ersten Ausgaben der ADW (Allgemeine Deutsche Wappenrolle) wurden die Wappen noch größtenteils in schwarz/weiß mit Schraffuren dargestellt. Seitdem hat sich einiges getan.

In der Folge sind wir dazu übergegangen, die Farben als Sonderfarben zu drucken. Dabei wurde für die Farbe Gold in der Darstellung ein Gelb verwendet und für die Wappenfarbe Silber verwendete man weiß.
In der Weiterentwicklung wurden statt den Sonderfarben sogenannte Prozessfarben verwendet. Diese ergeben sich, wenn beim vierfarbigen Druck mehrere Farben gleichzeitig gedruckt werden. Eine Prozessfarbe setzt sich aus verschiedenen Anteilen Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammen.

Ebenfalls beobachten wir einen Trend dazu, neben der reinen Blasonierung auch die Familiengeschichtlichen Daten in der ADW zu publizieren. Während in den ersten Bänden nur ein kleiner Teil aller Einträge die familiengeschichtlichen Daten enthielt, war der Anteil im 20. Band bei ca. 80%.

ADW-Wappen-im-Wandel

Doch auch weiterhin haben wir nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Wappen noch plastischer erscheinen zu lassen. Im letzten Jahr haben wir in der Gestaltung eine entscheidende Weiterentwicklung geschaffen. Wir versehen die ohnehin schon hochwertigen Wappenzeichungen mit Schattierungen und erzielen so ein plastischeres Erscheinungsbild. So kommen die Farben und Formen besonders schön zur Geltung.
Die Resonanz zu dieser Neuentwicklung ist zu unserer großen Freude überwältigend.

Unsere Heraldiker arbeiten auch weiterhin daran, das Wappen als Symbol der Familie und der Familientradition immer nach den neuesten technischen Möglichkeiten und zeitgemäß zu präsentieren.

Die Allgemeine Deutsche Wappenrolle, von der in 2013 der 20. Band erschienen ist und im Jahr 2015 der 21. Band produziert wird, setzt damit Maßstäbe in zeitgemäßem Wappendesign über die Grenzen der Republik hinaus.

geschrieben von: Alexandra Rittner

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